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Xpoch 1860

Die Brennerbande, Teil 92


"Meinst du, die Pfaffen ham was mit den Anschlägen zu tun?" Pinta benötigte keine Hilfe mehr auf dem Rückweg, so dass sie schneller vorankamen. Sie ging sogar ein wenig voran, was Tiscio die Möglichkeit gab, leise seine häretische Frage zu stellen. Im Nachhinein war er sich jedoch nicht sicher, warum er sich die Mühe machte, denn gerade seine Mutter konnte kaum als gläubige Hetrados-Anhängerin betrachtet werden.
"Was für einen Grund hätten sie?"
"Vielleicht wollen se nich' dass Vilet ihnen noch mehr Gläubige abnimmt."
"Dazu sind es doch zu wenige. Und außerdem hat sich Vilet selbst angezeigt."
"Aber wenn sie ... ach es würd einfach passen."
"Ist zu gefährlich für sie. Wenn der König das rauskriegen würde. Ich meine, es gibt da doch dieses Gesetz." Und da war diese eine Unsicherheit, denn es hieß tatsächlich, dass der König ein Gesetz erlassen hatte, welches den anderen Religionen ihre freie Ausübung gestattete, solange sie dem Reich treu blieben. Und sie glaubten alle, dass es dieses Gesetz gab. Aber Gunnar war Wissenschaftler genug, um zu wissen, dass er es noch niemals niedergeschrieben gesehen hatte und daher nicht wissen konnte, ob es tatsächlich existierte.
Trotzdem wollte er nicht glauben, dass die Pfaffen etwas mit den Anschlägen zu tun hatten.

In der Konditorgasse angekommen kümmerten sie sich erst einmal um ihre Freunde.
"Bist du jetzt sowas wie'n Priester?"
"Ne, ein Helfer."
"Vilet hat dich aber gesegnet oder sowas?"
"Ja, hat gekribbelt."
"Ein geweihter Helfer? Für mich macht das nen Priester."
"Schnauze, Mal. Ich bin doch kein Priester."
"Und das von der Frühlingskönigin. Weißt du, was das bedeutet?"
"Hör jetzt auf, Mal."
"Irgendwann is Walde die Frühlingskönigin und dann biste ihr Priester?"
"Ich bin kein Priester. Und schon gar nich' der Frühlingskönigin. Ich musste nur was mit der Göttlichen Macht sagen."
"Also doch."
Tiscio boxte Malandro in den Arm, aber irgendwie war er nicht mit dem Herzen dabei.
"Euch scheint's ja schon wieder richtig gut zu gehen."
"Wart ja auch lange genug weg. Nach ein paar Mal kotzen ging's schon besser."
"Man riecht's."
"Is' schon gut. Ihr hattet halt Masel."
"Dafür konntet ihr den Tag verpennen."
"Als wenn. Mal hat uns die ganze Zeit geweckt."
"Irgendwem musst ich doch meine Ideen erzähl'n."
"Dann mal los. Wir ha'm euch ja unsern Tag auch erzählt."
"War nur eine Idee und wir mussten sie immer wieder hören."
"Aber eine gute ..."
"Entschieden wir."
"Du Rattenfresse. Lass mich endlich erzähl'n." Dafür fing er sich einen weiteren Schlag ein, ließ ihn aber über sich ergehen und war überrascht, wie viel weniger Kraft Tiscio erneut hineingelegt hatte.
"Also: ich hab mir gedacht, dass immer mehrere von Vilets Anhängern getötet werden. Dann sin' doch mehrere zusammen gefährdeter."
"Das is' die Idee?"
"Das ist gar nicht so schlecht, Tiscio. Ich meine, eigentlich ist es total offensichtlich. Aber wir sitzen alle zusammen und hätten heute alle hier vergiftet werden können." Tiscio zögerte, nickte jedoch schließlich.
"Aber schlimmer ist eigentlich, dass die Liste nichts gebracht hat."
"Dann müssen wir denen noch mal sagen, was los is'."
"Solltet ihr vielleicht mal zu denen hingehen. Dann können wir hier weiter rumliegen."

Es hatte noch eine Weile gedauert, bis Gunnar und Tiscio sich endlich von den Freunden hatten loseisen können. Zum Zimmer der Mädchen hatten sie nur kurz die Tür aufgerissen und "Hallo" gesagt, um gleich wieder zu verschwinden. Tiscio hatte darauf bestanden, denn er wollte auf keinen Fall mit Walde sprechen. Er wusste einfach, dass sie Vilets Segen sehen würde. Es hatte nicht viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, um Gunnar die Kürze des Besuchs schmackhaft zu machen.

Sie verließen Unterschnitts Haus mit der Absicht, wenigstens die nächstgelegenen Anhänger der Frühlingskönigin zu besuchen. Es handelte sich um eine Mutter, die mit ihrer Tochter in den Gerberreihen wohnte. Tiscio hatte bei ihren Gesprächen mit Vilet nie mitbekommen, was mit dem Vater geschehen war, aber er hatte zu viele vaterlose Familie gesehen, dass es ihn auch nicht wirklich interessierte.
Freivar und Freine Sachswald baten die beiden Feldstraßler ohne große Umstände in ihre Wohnung. Sie freuten sich den Jungen zu sehen, der immer ihrer Ratgeberin geholfen hatte.
"Wer ist dein Freund, Tiscio?"
"Meine Güte. Bist du gewachsen?"
"Kommt doch rein?"
"Können wir euch ein paar Kekse anbieten?"
"Was führt euch hierher? Ist Vilet wieder frei?"
Unter dem beständigen Geschnatter der beiden Frauen wurden sie in die Küche geführt, wo sie auf zwei Stühle gezwungen wurden und gerade noch verhindern konnten, dass man ihnen die Kekse direkt in den Mund schob.
"Frau Sachswald, ich hab ne Frage."
"Was gibt es denn Tiscio?"
"Is der Bote zu ihnen gekommen? Der mit der Nachricht? Ich meine die, dass alle Freunde von Vilet, ich mein' Frau Freifrieder, in Gefahr sind?"
"Ja, da war einer. Aber uns passiert schon nichts."
"Wer sollte auch etwas gegen uns haben."
"Aber das ist es doch gerade, Frau Sachswald. Die Anschläge sind gegen alle von Frau Freifrieders Anhängern", sprang Gunnar Tiscio bei.
"Das kann doch nicht sein. Die vielen Toten. Die waren doch nie bei der guten Frau."
"Nein, aber es sind bei jedem Anschlag welche gestorben."
"Das ist ja schrecklich? Woher wißt ihr das?" Tiscio stockte. Er war sich nicht sicher, ob er Walde erwähnen sollte. Gleichgültig, wie sehr die beiden eingeweiht sein mochten, Wahrsagerei war in ihren Köpfen vielleicht immer noch Ketzerei. Glücklicherweise war Gunnar schneller als er:
"Wir wohnen bei Herrn Unterschnitt, dem berühmten Ermittler." Genaugenommen erklärte seine Aussage zwar gar nichts, aber die beiden Frauen interpretierten so viel hinein, dass sie ihre Frage für beantwortet hielten.
"Aber trotzdem kann ich es nicht recht glauben, dass ausgerechnet wir getötet werden sollten, nicht wahr Freivar?" Die Tochter stimmte ihrer Mutter mit einem Kopfschütteln zu.
"Wir sind uns doch auch nich' sicher, ob's so is'. Aber jedes Mal sind Leute gestorben, die ich kannte." Und damit begann Tiscio, sie aufzuzählen und es überraschte ihn, dass er ihre Namen alle kannt. Dabei blickte er den beiden Frauen abwechselnd ins Gesicht. Aber erst als er die Namen der letzten beiden getöteten, Frau Friedschiker und Frau Hereler, aufzählte, wurden ihre Gesichter merklich bleicher. Als Tiscio endlich geendet hatte, mussten sich die die Sachswalds anlehnen. Auch Gunnar hatte sie beobachtet. Quasi als Coup-de-Grace fügte er hinzu: "Und heute wurde das Wasser der Konditorgasse vergiftet. Tiscio, seine Mutter, seine Geschwister und Walde sind alle dort untergekommen."
Es dauerte ein wenig, bis Mutter und Tochter sich gesammelt hatte.
"Aber was sollen wir denn tun? Wir können doch nirgendwohin?"
"Ham se keine Verwandten außerhalb der Stadt?"
"Mein Sohn wohnt in Warmsyn, aber das ist zu weit weg. Außerdem kann er uns nicht versorgen."
"Vielleicht könnt ja eine von ihnen bei Herrn Unterschnitt Haushälterin machen."
"Das können wir doch nicht einfach machen, Tiscio."
"Wieso nich'."
"Weil Herr Unterschnitt selbst entscheiden will, wen er einstellt."
"Hast vermutlich Recht." Er überlegte. "Aber Sie könnten in Vilets Wohnung unterkommen. Wohnt doch grade eh keiner da."
"Und du meinst, dass wäre besser?"
"Vilet hat bestimmt nichts dagegen."

Gunnar war sich nicht einmal sicher, ob ihn mehr die hahnebüchene Idee störte, oder dass sie erneut zur Zirklergasse wandern mussten. Aber was auch immer Vilets Segen mit ihm angestellt hatte, ihre Anhänger schienen etwas in Tiscio zu spüren, was sie dazu verleitete, seinen, freundlich ausgedrückt, seltsamen Ideen zu vertrauen.

Die Kinder aus der Feldstrasse, 04