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Xpoch 1860

Die Brennerbande, Teil 81


Besucher Xpochs waren oft überrascht, wie dicht, die Konditorgasse dem Hafen lag. Man brauchte nur die Gasse hinuntergehen, einmal links auf den Reiberweg einbiegen und gelangte nach weniger als 50 Metern auf die Alte Hafenallee. Der Bruch zwischen den beinahe vornehmen Häusern der Gerberreihen und dem Hafen ließ jene, die diesen Weg zum ersten Mal entlanggingen, regelmäßig erschreckt in ihren Schritten innehalten. Menschen, die das Schetach besuchten, durchschritten wenigstens ein Tor und wussten, dass dahinter eine kleinere Welt lag, mit kleineren Häusern, kleineren Straßen und vor allem kleineren Türen, den Bewohnern angepasst. Aber der Hafen traf plötzlich und schmerzhaft in die Augen, vor allem nachts, wenn die bunten Lampen über den Kneipen leuchteten. Der alte Hafen war jedoch kein schlechtes Pflaster, wenn man es mit den neuen Molen, den Ingen oder auch den Gebieten zwischen dem Gresgorgraben und der äußeren Stadt verglich.

Die Feldstraßler mussten ein wenig herumfragen, bis sie die Herta fanden. Sie lag an Pier 7 und war ein größeres Fischerboot. Es hatte bessere Tage gesehen und wenn die Feldstraßler irgendetwas von Seefahrt verstanden hätten, wäre ihnen aufgefallen, dass man offensichtlich die simpelsten Arbeiten an der Herta im letzten Jahr vernachlässigt hatte. Ein Mann lehnte über die Rehling und beobachtete sie, wie sie sich dem Boot näherten.
"Entschuldigen sie, wir suchen Karorg Derich."
"Wer seid ihr?"
"Ich bin Gunnar van der Linden, das ist Tiscio, au!"
"Wir sind von einem wichtigen Mann geschickt worden. Wollte sich mit ihnen treffen." Malandro zwinkerte dem Mann zu, nachdem er Gunnar gegen die Schulter geschlagen hatte, um ihn zum Schweigen zu bringen. Er sah dabei ziemlich lächerlich aus, was möglicherweise an dem wackligen Beinen und bleichen Gesicht liegen mochte, die er immer noch von seiner Verwundung mit sich herumtrug.
"Snack kein Tünkram." Alle Xpochler hatten den Dialekt, den die Leute aus dem hohen Norden des Reiches sprachen, schon einmal gehört. Dies bedeutete jedoch nicht, dass ihn irgendwer in der Stadt verstand, mit Ausnahme der Hafenarbeiter und Seeleute, die ihn oft genug aus ihrer Heimat mitgebracht hatten.
"Äh, Entschuldigung, wir haben da 'nen Brief." Tiscio trat vor, musste aber feststellen, dass der Mann ihm nicht entgegen kam. "Sie sind doch Herr Derich, nich?"
"Jau."
"Dann is' der für sie." Damit betrat Tiscio das schmale, schwankende Brett vom Pier zum Boot und es war ihm gar nicht wohl dabei. Keiner der Feldstraßler konnte schwimmen.
Derich richtete sich auf und ging langsam in Tiscios Richtung, um ihm schließlich den Brief abzunehmen. Er öffnete ihn und las ihn im Licht der Schiffslampe.
"So, kann nich' kommen", sagte er in erstaunlich gutem Xpochsch, mit nur einem kleinen Hauch seines Dialekts. Vor allem das scharfe 'S' konnte er nicht überdecken.
"Ihr sollt jetzt meine Beweise abholen?"
"Ja, Herr."
"Dann kommt an Bord."

Wenig später standen sie um den Mast herum. Der alte Mann hatte ein halb aufgelöstes Büchlein aus seiner Kajüte geholt und präsentierte es ihnen jetzt.
"Die letzten fünf Jahre hab' ich das hier gesammelt." Er schlug es auf und deutete auf zahllose Reihen von Daten. Immer ein Tag, ein Name und ein paar zusätzliche Einträge, die wie Abkürzungen für etwas aussahen.
"Was is‘ das Herr?"
"Was das ist, fragt er? Alle Fahrten der Schmuggler, die diesen Hafen anlaufen, mit ihrer Fracht und dem Datum, wann sie eingelaufen sind, das ist das!"
"'‘tschuldigung, Herr Derich. Hat uns Herr Unterschnitt nich‘ gesagt."
"Und daran hat er recht getan." Er sah den Pier hoch und hinunter, als würde er erwarten, dass sie von dort jemand belauschte.
"Aber jetzt müsst ihr gehen, bevor uns noch jemand sieht." Derichs Augen wurden groß und er rollte sie, um anzudeuten, dass überall Augen sein könnten, die sie beobachteten. Es sah nicht nur ein wenig manisch aus und sie waren froh, als er sie schneller wieder die Planke zum Pier hinunterschob, als er sie hinaufgelassen hatte. Sie hatten sich zwar diesen Besuch bei dem Kapitän, oder was er auch immer sein mochte, etwas anders vorgestellt, aber das Ergebnis war wohl das, was zählte.
"Dann gehen wir mal nach Haus."
"An das Bett bei Unterschnitt kann ich mich gewöhnen."
"Bett, was für'n schöner Gedanke."
"Ihr hört euch an, als wenn wir noch groß weit geh'n müsstn. Is' doch nur um die Ecke."
"Dann beeilen wir uns."
"Und was ist mit dem, was Walde gesagt hat?"
"Fang jetz' nich' mit Walde an."
"Ich meine ja nur, weil sie doch etwas von einem Fisch gesagt hat, und jetzt stehen wir vor einer Bar, die Hai heißt."
"Hör mal Gunnar: bist du heut nich' genug rumgerannt? Und gestern? Walde hat noch geschlafen, als sie das gesagt hat. Die hat noch geträumt."
Malandro wagte allerdings nicht, Gunnar bei seinen Worten anzusehen.
"Na gut, dann gehen wir halt."

Sie hatten gerade den Reiberweg erreicht, als ein lauter Knall hinter ihnen einen Strich durch ihre Rechnung machte. Die fünf zuckten zusammen. Sie konnten dieses Geräusch nicht sofort zuordnen, da sie es noch nie aus dieser Nähe gehört hatten. Sie sahen sich um und der Ursprung war offensichtlich. Eine der Lagerhallen war von einer Explosion aufgerissen und in Flammen gesetzt worden. Wie so viele andere zog es sie zu dem Spektakel.
Anders als die anderen Xpochler blieben sie jedoch ruckartig stehen, als ein Mann mit einer roten Pudelmütze an ihnen vorbeirannte. Walmo sah ihn zuerst und zeigte auf ihn. Der Mann übersah ihn hingegen glücklicherweise und schien auch die anderen Feldstraßler nicht wahrzunehmen.
Sie drehten um und folgten ihm bis zum Hai, in dem der Mann verschwand.
Gunnar grinste missmutig: "Hab ich es nicht gesagt?" Den blauen Fleck am Oberarm nahm er ohne mit der Wimper zu zucken hin.

Die Kinder aus der Feldstrasse, 04