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Xpoch 1860

Die Brennerbande, Teil 71


Draußen fand sich Walter an einer Ecke ein, von der aus er die Lagerhalle beobachten konnte und gerade noch sah, wie seine Freunde durch die Tür verschwanden. Er kam sich ein wenig dumm vor, wie er so da stand. Was hatte er sich vorgestellt, was er tun würde, wenn er hier ankam? Er konnte schlecht zur Tür gehen und sie fragen, ob er auch rein kommen dürfte. Andererseits konnte er wenigstens Wache stehen und Kargerheim Bescheid geben, falls Tiscio und Malandro nicht herauskommen sollten.
Er drückte sich gegen die Wand und schüttelte die herankriechende Kälte aus seinen Gliedern. Er rieb sich die Hände, während er immer wieder zur Lagerhalle hinüberschaute. Man musste ihm zu Gute halten, dass er erschöpft war und angespannt, dass er alleine war und dass ihm kalt war. Man musste es ihm einfach zu Gute halten, denn sonst hätte er vielleicht die Ritter bemerkt, die sich aus drei Richtungen an ihn heranschlichen.

Der Brillenträger lächelte gönnerhaft, lehnte sich zurück und fragte gerade: "Was treibt euch also jetzt auf den Rowenberg, Jungs," als es an der Tür klopfte. "Herr, wir haben hier jemanden gefunden, der sich für die Halle interessierte." Einer seiner Kollegen hielt Walter am Schlafittchen. Ihm war sichtlich übler mitgespielt worden als seinen beiden Freunden. Ihm lief das Blut aus der Nase auf das gute, inzwischen nicht mehr ganz so frische Hemd und er stand ein wenig unsicher auf den Beinen.
"Gehört er zu euch?"
"Das ist Walter."
"Ah, einer hat seine Stimme wiedergefunden." Er winkte den beiden den Männern zu und sie brachten einen weiteren Stuhl, auf den sie Walter hievten. Als Walter sich ein wenig zurechtgesetzt hatte, reichte ihm der Brillenträger ein Tuch.
"Nun dann, damit haben wir Walter und eure Namen sind?"
"Malandro."
"Ich bin Tiscio."
"Gut, gut, dann weiß ich jetzt, mit wem ich es zu tun habe. Aber ich weiß immer noch nicht, was ihr nun hier macht."
"Herr, wir haben Herrn Winrond doch gesagt, dass wir die Dampfsachen testen sollten."
"Das habt ihr wohl, das habt ihr wohl. Aber woher habt ihr diese Sachen?"
"Von Gunnars Vater." Malandro deutete hinaus, irgendwohin, wo Gunnar womöglich gerade war.
"Und Gunnars Vater arbeitet auf dem Rowenberg? Ich dachte, ich würde hier alle Handwerker kennen."
"Mhm, der wohnt in der Altstadt."
Der Brillenträger nickte anerkennend: "In der Altstadt. Dann habt ihr inzwischen Bandenmitglieder aus anderen Stadtteilen?"
Walter schüttelte den Kopf langsam.
"Wie kommt ein Altstädter in eure Bande, Malandro?"
"Wir haben ihn aufgenommen."
"Er ist mein Freund." Warf Tiscio schnell ein, bevor der Mann auf der anderen Seite des Schreibtischs weiter nachfragen konnte. Dieser legte den Kopf zur Seite und betrachtete Tiscio durch seine Brille.
"Wieder ein Puzzleteil. Aber ich sehe noch nicht alle. Wie geht es dir Walter?"
Der Angesprochene grummelte zuerst nur, als der Mann ihn jedoch nicht aus seiner Aufmerksamkeit entließ, rang er sich schließlich eine Antwort ab: "Es tut weh."
"Es tut mir leid, dass die Männer dich so hart angefasst haben. Aber du solltest wissen, dass man sich nicht alleine in dieser Gegend herumtreiben sollte."
"Ich wollte einfach wissen, was mit meinen Freunden passiert. Mit dem ganzen Grabenschleim der letzten Tage, und so."
"Du meinst die Anschläge? Das ist wirklich schlimm und ich kann euch versichern, dass die Ritter nichts damit zu tun haben."
"Ja, dass und auch der Angriff auf Tiscio und Frau Freifrieders verschwinden und ..." beinahe hätte er auch die Geister erwähnt, er bemerkte jedoch noch rechtzeitig die entsetzten Gesichter Tiscios und Malandros.
"Wer hat euch denn Angegriffen?"
"Die Brenner," sagte Tiscio.
"Die Brenner?" Der Brillenträger überlegt, "Ah, du meinst, die Jungs aus dem Brennerbogen. Ich sehe. Und wer ist diese Frau Freifrieder?"
Die Feldstraßler schwiegen wieder. Der Mann schob mit beiden Händen seine Brille nach vorne und massierte den Nasenrücken mit zwei Fingern. "Ich meine, diesen Namen schon einmal gehört zu haben. Helft mir Jungs: Wer ist diese Frau Freifrieder?" Als sie auch darauf nicht eingingen, schlug er auf eine Glocke, die hinter einem Aktenstapel verborgen lag. Wenig später erschien ein Mann in der Tür. "Hol mir Yorg." Der Mann nickte und schloss die Tür. Man konnte ihn durch die Wände den Namen brüllen hören. Wenig später klopfte es und ein gedrungener Mann in schäbigen Arbeiterklamotten und einer Schiebermütze auf. Tiscio verkrallte seine Hände in der Stuhllehne, als er die Gestalt zu erkennen meinte.
"Yorg. Ich hätte eine Frage." Yorg nickte. "Da war doch diese unschöne Sache vor ein paar Tagen, als ihr eine Frau festsetzen solltet. Wie war doch gleich der Name der Frau."
"Freifrieder, Herr, Vilet mit Vornamen."
"Danke, das wars schon." Yorg nickte und verschwand wieder. Der Brillenträger blickte in die Runde. Seine Augen verweilten bei Tiscio, der sich nur mit Mühe beherrschen konnte.
"Wollt ihr jetzt vielleicht etwas sagen? Tiscio?"
"Warum haben sie uns angegriffen?"
"Uns? Dann bist du der Bursche, der angeblich nicht verletzt werden kann? Da hast du Glück gehabt. Vor allem, weil die Männer ausdrücklich niemanden verletzen sollten."
"Und was sollten sie dann? Die haben meine Mutter bedroht! Und meine Geschwister!" Tiscio sprang mit geballten Fäusten auf. Malandro erhob sich ebenfalls, und hielt ihn an einem Arm fest.
"Es tut mir leid, Tiscio, dass ihr da rein geraten seid. Setz dich bitte wieder. Wir wollen doch zivilisiert bleiben."
Einen Moment lang widersetzte sich Tiscio noch, dann ließ er sich von seinem Freund zurück auf den Stuhl drücken.
"Gut, gut, dann kann ich euren Widerwillen verstehen, mir etwas zu erzählen. Aber vielleicht wird es euch besänftigen, wenn ich euch erzähle, dass wir nichts von ihr wollten, sondern im Auftrag anderer handelten und dieser Auftrag inzwischen nicht mehr aktuell ist."
Tiscio schnaufte, Walter aber wunderte sich laut: "Warum?"
"Wir erhielten ein besseres Angebot."
"Von wem?"
"Du bist recht Neugierig und normalerweise würde ich nicht einsehen wollen, warum ich dir Antworten sollte. Aber in diesem speziellen Fall, denke ich, mache ich eine Ausnahme." Er holte tief Luft, um so etwas wie eine dramatische Pause zu erreichen. "In derselben Nacht, als Frau Freifrieder den Männern entwischte, kam sie zu uns und gab uns den Auftrag, sie anzuzeigen. Sie war sehr überzeugend, wie ihr euch sicher vorstellen könnt. Und das bringt uns jetzt wieder zu euch. Denn wenn ich mich recht erinnere, war es Gerca, der die Anzeige bei der Metrowacht vorbrachte." Er schwieg erneut. "Nachdem wir nun einige Fakten zusammengetragen haben, frage ich mich nun: war es Zufall, dass ihr, die ihr eine Verbindung zu Frau Freifrieder habt, gerade Gerca Winrond folgt?"
Malandro seufzte geschlagen: "Genau deshalb sollten wir ihn beschatten. Tiscio hat eine Rittermünze nach dem Kampf gefunden. Deshalb wussten wir schon, dass die Ritter die Einbrecher waren."
"Und Herr Unterschnitt hat herausbekommen, dass Herr Winrond sie angezeigt hat."
Erneut schien der Brillenträger zu grübeln. "Ich versichere euch, dass Winrond im Auftrag von Frau Freifrieder unterwegs war. Ich will ihr auch nicht übel nehmen, dass einer der Männer gestorben ist. Das war sein Risiko. Und sie hat ein großzügiges 'Wergeld', wie sie es nannte, bezahlt."
"Wie hat sie das gemacht? Sie ist doch nicht reich."
"Nicht mit Geld. Aber das spielt keine Rolle. Gut, gut, ich sehe, dass ich euch nicht ganz überzeugt habe. Was brennt euch auf der Zunge?"
Er hatte Recht, die Feldstraßler hatten tatsächlich Fragen, sie wagten jedoch nicht, sie zu stellen. Erst als er mit den Händen auffordernd wedelte, platze es aus Tiscio heraus.
"Was ist mit den Anschlägen? Sind das die Ritter?"
"Glaubst du, ich würde es dir sagen, wenn wir dafür verantwortlich sind?" Der Brillenträger lächelte väterlich: "Aber nein, wir haben nichts damit zu tun. Aber die Separatisten traten vor geraumer Zeit an uns heran, um über uns gewisse Dinge nach Xpoch zu schmuggeln. Wir lehnten ab, sind aber sicher, dass sie andere Schmuggler gefunden haben. Nach allem, was wir wissen, haben sie die Mittel und auch den Willen, diese und weitere Anschläge durchzuführen, beantwortet das deine Frage?"
"Äh, ich glaube, ja."
"Ich sollte vielleicht noch hinzufügen, dass es die Separatisten waren, die uns den Auftrag gaben, Vilet zu entführen. Es könnte also sein, dass der eine Auftrag mit den Anschlägen zu tun hatte."
Malandro nickte. Schließlich bestätigte der Brillenträger nur, wovon sie sowieso die ganze Zeit ausgegangen waren.
"Zuletzt noch etwas anderes: Ihr habt Winrond gesagt, dass ihr Ritter werden wollt. Ich vermute, dass das nur ein Vorwand war."
Alle drei Feldstraßler nickten.
"Ich wisst sicherlich, dass nur Erwachsene aufgenommen werden können. Normalerweise würden wir euch als Läufer einsetzen, aber, wie ich leider sagen muss, seid ihr die Feldstraßler. Es gibt nicht viele Abmachungen zwischen den Marodeuren und den Rittern, aber eine besagt, dass die Feldstraße eine Grenze ist. Daher können weder wir noch die aus dem Ingen euch aufnehmen. Ich fand es wichtig, dass ihr dies erfahren solltet, bevor ihr das nächste Mal einem Ritter vorschlagt, euch mitzunehmen."

Plötzlich fanden sie sich wieder vor der Halle und auf dem Weg nach Hause, oder viel mehr auf dem Weg zur Konditorgasse. Der Brillenträger hatte sie mit einem Handschlag verabschiedet und sie von einem der Wächter nach draußen bringen lassen.
Sie wagten kaum, sich gegenseitig ins Gesicht zu sehen. Es war beängstigend, wie viel er aus ihnen herausbekommen hatte, ohne dass sie wirklich etwas erzählt hatten. Auch wollten sie sich ungerne eingestehen, wie knapp sie gerade etwas schlimmerem entgangen waren. Sie waren mit heiler Haut aus dem Lagerhaus herausgekommen, obwohl sie in null-komma-nix enttarnt worden waren. Nur über eins mussten sie sich auf dem Rückweg verständigen, nur eine einzige Frage und Tiscio fragte sie: "Das war der Onkel, nich'?"
Worauf die beiden anderen nur nickten.

Die Kinder aus der Feldstrasse, 03