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Xpoch 1860

Die Brennerbande, Teil 70


Malandro blickte verwirrt in die Runde, Gunnar jedoch nickte stumm.
"Was wollten die denn von dir?"
"Weiß nich'. Aber wie das so is' kann‘s schon sein, dass sie meinten, dass ich was schuldig bin." Er grinste. Malandro, den er dabei angesehen hatte, stutzte zuerst, grinste dann aber zurück. Gerca oder Kowald, wer er auch sein mochte, löste sich aus den helfenden Armen.
"Mag aber auch sein, dass sie mich nich‘ mochten." Er blickte den Jungs prüfend in die Gesichter: "Wo kommt ihr her? Ihr seid keine Berger, oder? Hab euch hier noch nich‘ gesehen."
"Feldstraße," platzte es aus Walter heraus.
"Feldstraße? Wie kommen die Feldstraßler an so feines Gerät?"
"Ham wa doch schon gesagt: wir sollten es testen."
"Von der Feldstraßen kommen in letzter Zeit einige seltsame Geschichten. Seid ihr die Jungs, die geholfen ham, den Kinderschlitzer zu fangen?"
Die Feldstraßler blieben wie angewurzelt stehen und begannen sich anzugrinsen.
"Jau, das sin war."
"Gratuliere euch." Er zückte seinen Schlüssel und dreht sich zur Tür um. "Verdammt!" Mit einem leichten Stoß öffnete sich die Tür und mit einer schnellen Bewegung klappte er eine Rasierklinge auf, die er plötzlich in der Hand hielt. "Verdammte Marodeure. Kinderschändende Drecksäcke." Gercas Flüche hatten eine ganz andere Qualität als die der Feldstraßler, die Gunnar inzwischen gewöhnt war. Seine Ohren wurden rot und er versuchte nicht daran zu denken, was seine Mutter wohl zu diesen Ausdrücken gesagt hätte. Tiscio mied auch den Gedanken an seine Mutter, die ihm vermutlich nur für das Zuhören einen kräftigen Schlag hinter die Löffel gegeben hätte. Was sie aber aus diesen Flüchen heraushörten, war, dass Gerca/ Kowald seine Angreifer für Marodeure hielt. Die Marodeure waren die andere große Bande in Xpoch, noch größer als die Ritter, aber mit dem schlechteren Klientel, denn ihr Kerngebiet lag im Ingen. Es gab immer wieder Kämpfe zwischen den beiden Banden. Warum, darüber hatten sich die Feldstraßler nie Gedanken gemacht - Banden bekämpften sich eben. Anders als bei ihren Streitereien mit den Brennern, den Rowenbergern oder denen aus dem Ingen, blieben nach einer Schlacht zwischen Rittern und Marodeuren regelmäßig Tote zurück. Die Bertis lochten Mitglieder beider Banden ohne Unterschied und Rücksicht ein, wenn sie ihrer denn habhaft werden konnten. Gerco hätte also ohne weiteres sterben können, wenn die Feldstraßler nicht eingegriffen hätten.
Gerca betrat seine Absteige, um die gleiche Tour durchs Haus zu machen, die zuvor auch die Feldstraßler auf der Suche nach ihm gemacht hatten. Walter und Tiscio folgten ihm, was Gerca zuerst mit einem missbilligenden Blick zur Kenntnis nahm, dann aber geschehen ließ und nur den Zeigefinger an die Lippen legte.
Nachdem er sich überzeugt hatte, dass niemand im Haus war, ging er wieder hinaus, wo die drei Angreifer langsam wieder zu sich kamen, aber immer wieder durch Tritte zu Boden gebracht wurden.
"Ich schuld euch was. Aber ich muss hier weg. Kommt erst ma mit."
Die Feldstraßler nahmen ihre Ausrüstung wieder auf, während Gerca sie interessiert beobachtete. Anschließend liefen sie mit dem Mann ein paar Straßen weiter.
"Gibts was, was ich für euch tun kann?" frage er schließlich, als er sich sicher genug fühlte.
Gunnar hatte draussen gewartet und schon die ganze Zeit gegrübelt, wie er am besten einen Kontakt knüpfen konnte und dies war die Gelegenheit, auf die er gewartet hatte: "Das waren Marodeure da draussen, oder?" Gerca nickte.
"Bist du ein Ritter?"
Gerca sah ihn an: "Das is ne verdammte Sache einem einfachen Mann an den Kopf zu werfen. Warum fragst du sowas?"
"Mein nur, Marodeure kämpfen gegen Ritter. Und wir sind hier auf dem Rowenberg. Jeder weiß, dass das hier Rittergebiet ist. Ich mein, du könntest auch ein Handwerker sein, der Wettschulden hat und deswegen hierher geflohen ist, oder sowas. Aber fünf sind ne Menge Schläger dafür."
"Clever. Was geht‘s euch an?"
Malandro, der ein wenig schneller dachte als die restlichen Feldstraßler, antwortete: "Wir wären gern in den Rittern."
"Dafür seid ihr aber noch recht jung. Nich, dass ich zugebe, einer zu sein, nich?"
Gerca grinste selbstgefällig. Einen Moment lang waren die Feldstraßler verunsichert, dann war es Tiscio, der das Grinsen durchschaute: "Du bist einer. Erzähl keine Grütze."
Nun lachte Gerca. "Habt ja Recht. Aber ihr seid noch zu jung, um Ritter werden zu können."
"Wiss‘n wir. Aber wir können doch schon laufen."
"Ja, dass könntet ihr, is wahr." Er schien zu überlegen. "Ich sag euch was. Wenn ihr Zeit habt, nehm ich euch mit und ihr könnt euch vorstellen."
"Wow, ehrlich?" Walter gab dem Erstaunen der Feldstraßler Ausdruck. Dieser Schwenk vom Verleugnen hin zu einer Einladung kam für sie zu plötzlich. Deswegen winkte Malandro sie zusammen.
"Was machen wir?"
"Die Gelegenheit."
"Aber nicht alle, oder?"
"Gute Idee."
"Aber wie sollen wir das hinkriegen?"
"Hast recht, können schließlich nicht sagen, dass wer nicht will.
"Was ist mit den Geräte?"
"Was?"
"Die können wir da nicht mit hinnehmen."
"Dann müssen wir sie zurückbringen, richtig? Dann können wir auch Kargerheim Bescheid sagen."
"Wer geht?"
"Die kleinsten natürlich."
"Hey, dann soll mein Bruder mitkommen!"
"Dann gehen wir nur zu zweit. Tiscio und ich."
"Mann, total Unfair."
Gunnar jedoch schwieg. Ihm war es eher recht, nicht zu den RIttern rein zu müssen.
"Gut, nehmen wir die Sachen."
Malandro wandte sich wieder Gerca zu. "Wir müssen die Sachen noch wieder zurückbringen." Er deutete auf die drei Erwählten. "Wir anderen kommen mit."
So trennten sich die Wege der Feldstraßler. Rücken und Arme beladen gingen Gunnar und die Ws in Richtung der Stadtmauer, immer eingedenk dessen, dass sie in der aufziehenden Nacht mit wertvollen, unpatentierten Erfindungen durch die Neustadt gehen mussten. Walter und Walmo hatten vorsichtshalber ihre Handschuhe wieder vollgekurbelt, was den Transport des Magnetisierstabs schwierig gestaltete.
Als sie die zweite Ecke erreicht hatten, drückte Walter den Helm und den Handschuh in Gunnars Arme und drehte um. Walmo schüttelte verärgert den Kopf, während Gunnar nur knapp dem Handschuh entging, der seine an seinem Kabel aus seinen Armen baumelte.

Unterdessen folgten Tiscio und Malandro dem Mann, der sich selbst Kowald nannte, hinunter in Richtung Gresgorgraben, wo er auf eine Lagerhalle zusteuerte. Ein Mann trat aus dem Schatten neben Tür und öffnete die Klappe einer Abblendlaterne, mit der er sie anleuchtete.
"Wer geht da?"
"Ich," und anstelle eines Passworts gaben sie sich die Hand und vollführten eine Art Fingerübung, der die beiden Feldstraßler nicht folgen konnten. Anschließend lehnte sich Gerca in der Andeutung einer Umarmung über die Schulter des Mannes.
Der Mann machte das Tor auf und ließ sie hinein. Die beiden Feldstraßler betraten eine hell erleuchtete Halle und sahen mindestens 20 Männer, die Päckchen in große Tonnen verpackten, Wache standen oder Notizen auf Zettel an Klemmbrettern schrieben. Während sie sich umblickten übersahen sie, wie der Mann, der draußen gestanden hatte, die Wachen heran winkte und eine altertümliche Armbrust hinter eine Tonne hervorzog. "So, jetzt wollen wir doch mal sehen, was ihr eigentlich wollt." Bevor sie sich versahen, hielten Männer ihre Arme und Gerca stellte sich vor sie.
"Ihr glaubt doch nicht wirklich, dass ich euch glaub, dass ihr nur so da wart." Seine Klinge war plötzlich vor Malandros Gesicht. "Was wollte ihr wirklich?" Leiser fügte er hinzu: "Maschinen austesten? Was für eine Scheisse." Mit einem schnellen Hieb seiner linken traf er Malandro im Bauch, der sich krümmte. Die Männer um sie herum johlten. "Was wollt ihr wirklich?"
"Was meinst du, tust du da gerade, Gerca?" Es wurde still.
Ein Mann kam aus dem hinteren Bereich der Halle. Er war vielleicht 1,70m groß und untersetzt. Seine Halbglatze, die er, anders als so viele andere, nicht unter einer Mütze oder einem Hut verbarg, und seine dicke Hornbrille, ließen ihn wie einen Buchhalter oder Lehrer aussehen. Unterstützt wurde der Eindruck noch von der schlichten Weste, die er trug. Der kleine Mann blieb still, bis er vor den Feldstraßlern stand. Mit ihm schwiegen alle Anwesenden.
"Ich wiederhole: Was meinst du, tust du da gerade?"
Der angesprochene richtete sich auf und blickte starr an dem kleinen Mann vorbei.
"Bringt sie ins Büro." Als die Wächter Tiscio und Malandro mit sich zerrten, hob der Mann die Hand: "Aber sanft. Wir sind keine Barbaren."
Sofort wurden die Griffe an ihren Armen sanfter. Trotzdem gab es keine Möglichkeit, ihnen zu entkommen.
Sie wurden in einen Büroraum gebracht und auf Stühle gezwungen, die für sie vor den Schreibtisch gestellt wurden. Sie mussten eine Weile warten, bis der Brillenträger herein kam. Nach wenigen Minuten wurde jedoch die Bürotür geöffnet und er nahm hinter dem Schreibtisch Platz. Mit einer Handbewegung schickte er die Wachen hinaus. Er lächelte sie an.
"Es ist wohl so, dass Herr Winrond irritiert von eurem Auftauchen vor seinem Unterschlupf ist. Ich denke, er ist ein wenig undankbar in Anbetracht dessen, dass ihr ihm geholfen habt. Wollte ihr mir etwas erzählen?"
"Wir wissen wirklich nich, was los is, Herr." Malandro sah diesen freundlichen kleinen Mann, der sie so nett behandelte, aber ihm war nicht wohl bei dem Gedanken, dass dieser Mann die Wachen draußen befehligte. Oder dass er nicht einmal seine Stimme hatte erheben müssen, um ihnen befehlen zu können.
"Dann werde ich euch einfach ein paar Fragen stellen?" Er lächelte auffordernd: "Herr Winrond hat mir erzählt, dass ihr aus der Feldstraße seid. Seid ihr wirklich die Jungs, die dem brillianten Herrn Unterschnitt geholfen haben, den Kinderschlitzer zu fassen? Kommt schon, seid nicht schüchtern."
Gerca gegenüber stolz auf ihr Abenteuer zu sein, hatte sich gut angefühlt, als er es angesprochen hatte. Aber gegenüber dem Brillenträger erschien es ihnen als krude Aufschneiderei.
"Mhm, ja, da haben wir geholfen."
"Na, dann gehört ihr also zur Feldstraßenbande." Er senkte den Kopf und als er ihn wieder hochnahm war seine Augen ernst: "Allerdings geht auch eine sehr unschöne Geschichte über euch Feldstraßler um." Er sah sie erbleichen. "Ah, ich sehe, dass euch die Erinnerung daran unangenehm ist. Das ist gut, das ist gut. Mir ist auch zu Ohren gekommen, dass ihr inzwischen einen Weg gefunden habt, den angerichteten Schaden wieder gut zu machen. Das ist noch besser. Entspannt euch."

Die Kinder aus der Feldstrasse, 03