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Xpoch 1860

Die Brennerbande, Teil 69


Der kurze Abschnitt durch den Tempelbezirk war wie immer anstrengend und unangenehm, da sie sich aber auf der Hauptstraße hielten, kamen sie gut voran. Die Neustadt war schlimmer. Sobald sie durch die Stadtmauer hindurch waren, spannten sich ihre Nackenmuskeln automatisch an. Sie kannten den Drill. Sie selbst hatten oft genug gut gekleidete Gäste ihres Stadtteils verfolgt, belästigt und, wenn alles gut lief, um ein paar Pfennige erleichtert. Deshalb hielten sie sich möglichst dicht an der Universität, wo man meist noch einige sehr nervige und ganz nicht ungefährliche Studenten treffen konnte. Allerdings verbargen sie sich nicht hinter Häuserecken und lauerten einem auf. Die Brennerbande, die die wahrscheinlichsten Lümmel waren, denen man hier begegnen konnte, mieden Studenten, da einige von ihnen tatsächlich noch mit langen Klingen durch die Gegend liefen.
Sie gingen schnell, sogar schneller als bei ihrem ersten Besuch des Rowenbergs, als Kargerheim sie vorangetrieben hatte. Gunnar sah etwas besorgt auf die frischen Hemden, die von Minute zu Minute weniger frisch wirkten.
Als sie ihren vorherigen Beobachtungsposten wieder erreichten, mussten sie erst einmal verschnaufen. Sie versuchten im Schatten der Hauswand zu bleiben, um nicht noch einmal an die örtliche Bande zu geraten. Walter blickte um die Ecke und beobachtete einen Moment lang den Eingang zu Winronds Unterschlupf. Er wirkte immer noch so verlassen wie zuvor. Allerdings war nicht anzunehmen, dass er ein Licht entzünden würde, wenn er denn zurückkam.
"Was machen wir jetzt?"
"Warten."
"Ich finde, wir sollten den Schnüffler nehmen."
Die Feldstraßler wechselten Blicke. Kargerheim, Unterschnitt und wohl auch Herr van der Linden hätten ohne Probleme eindeutig in den Gesichtern lesen können, dass sie über noch-weitere-Stunden-auf-der¬¬-Straße stehen nachdachten und es gegen die Möglichkeit abwogen, dass sie in dem Haus auf ein Mitglied der Ritter treffen könnten. Der einzige, der etwas eingewendet hätte, wäre Gunnar gewesen. Er kam jedoch nicht mehr dazu, da Malandro um die Ecke ging und geradewegs auf die Haustür zuhielt. Die anderen folgten ihm ohne zu zögern, so dass Gunnar nichts anderes übrig blieb, als sich ihnen anzuschließen, wenn er nicht alleine hinter der Ecke stehen bleiben wollte.
Sie blickten sich nur kurz um, aber die Bewohner gingen ihren eigenen Beschäftigungen nach. In dieser Beziehung waren sie den Bewohnern der Feldstraße recht unähnlich, und Walmo fragte sich, warum dem so war.
Vor der Tür Schaltete Gunnar den Dampfschnüffler ein und probierte nacheinander die zweite und die dritte Kammer aus. Wie schon in Unterschnitts Haus gab das Gerät ein kurzes, mechanisches Quieken von sich, blieb dann aber, anders als bei ihrem ersten Versuch, still. Als Gunnar mit den Schultern zuckte hockte sich Malandro ohne zu zögern vor die Tür und betrachtete im dämmrigen Licht von Smog und Sonnenuntergang das Schloss. Er wusste, dass die anderen es von ihm erwarteten, da er ja schließlich was in seiner Schlosserlehre gelernt haben sollte. Und es stimmte: wenn die drei Lehrlinge ein wenig Zeit hatten, versuchten sie sich an allen Schlössern, die sie in die Hände bekommen konnten. Aber das machte Malandro noch lange nicht zu jemandem, der eine Haustür ohne Werkzeug aufknacken konnte. Deshalb schüttelte er mit einer ernsten, und wie er meinte, professionellen Miene den Kopf. Tiscio reichte seinen Stab an Walter und tastete das Holz der Tür ab. Es war genauso morsch wie der ungepflegte Eindruck des Hauses vermuten ließ. Tiscio und Walter mussten sich nur zwei Mal dagegen werfen, und das Schloss brach heraus. Der Blick in den dunklen Hausflur ließ sie innehalten und lauschen. Außer den Geräuschen der Straße konnten sie nichts hören, weswegen sich die Augen der anderen Malandro zuwandten. Dieser klappte die Gläser des Dunkelsichtgeräts herunter und begann hektisch an der Dampfmaschine herumzufummeln, bis Gunnar ein Einsehen hatte, ihm den Dampfschnüffler in die Hände drückte und die Maschine in Gang setzte. Es dauerte einen kleinen Augenblick, bis sich die dunklen Brillengläser veränderten und seine Umwelt in roten Tönen erscheinen ließen. Er grinste, weil er tatsächlich etwas besser sehen konnte, aber alles in allem machte es keinen großen Unterschied gegenüber dem, was sie vorher gesehen hatten.
Etwas schüchtern betraten sie das Haus, Malandro voran. Er stieß die Tür zum Raum auf der rechten Seite auf, der die gesamte untere Etage einnahm. Er atmete hörbar aus, als er niemanden dort vorfand. Anschließend gingen sie den Flur hinunter und die Treppe hinauf in den ersten Stock, wo zwei kleine Räume leer standen.
Walter hob die Hand, als wollte er sich melden: "Ich hab, glaube ich, eine Jacke unten gesehen."

Die Jacke sah nicht zu alt aus, weswegen der Schnüffler zum Einsatz gebracht wurde und den Geruch in die erste Kammer legte.
Als Gunnar diesmal auf der Straße das Gerät zum Quieken brachte ertönte das erhoffte piepen. Eine Frau, die ihr Wischwasser gerade auf die Straße schüttete, warf den Feldstraßlern einen misstrauischen Blick zu. Malandro, der immer noch die Gläser heruntergeklappt hatte, lächelte sie, wie er hoffte, freundlich an. Der Eindruck, den er dabei zu hinterlassen schien, war anscheinend nicht der gewünschte, denn die Frau floh zurück in ihr Haus.
Sie folgten Gunnar, der den Schnüffler vor sich her schwang. Nach links, noch einmal nach links in die nächste Straße hinein und dann weiter in Richtung Graben. Es gab andere Spuren, was bedeutete, dass sie an den Kreuzungen hin und her liefen und sich zum Affen machten, bis sie sicher waren, die frischste erkannt zu haben.
So gingen sie immer weiter den Hügel hinab, bis ein Mann um eine Ecke gerannt kam und zuerst Gunnar und anschließend Tiscio anrempelte. Der Mann selbst wurde dabei mehr durch die Gegend gewirbelt als die Feldstraßler. Er war vielleicht dreißig, aber wahrscheinlich jünger und blickte sie mit einem gehetzten Blick an. Erst als der Schnüffler in Gunnars Armen wie wild zu Piepen begann, begriffen sie, dass sie Winrond gefunden hatten. Bevor sie jedoch noch etwas sagen konnten rannte er schon weiter. Gleich darauf wussten sie auch, warum, als fünf weitere Männer um die Ecke gerannt kamen. Der erste von ihnen rannte ebenfalls in Tiscio, die anderen waren offensichtlich aufmerksamer und wichen den Jungen besser aus. Sie hielten sich nicht lange auf und rannten Winrond hinterher, obwohl einer die seltsame Ausstattung der Feldstraßler bemerkte.
"Was jetzt?"
"Na, hinterher!"
Mit ihren Handschuhen waren Walter und Walmo am wenigsten belastet, deswegen übernahmen sie die Führung, während Gunnar zum Schlusslicht wurde. Zwei Häuserecken weiter hatten sie zwei der Verfolger eingeholt, nicht weil sie so schnell waren, sondern weil sie sich umgedreht hatten, um die Feldstraßler aufzuhalten. Schließlich waren es nur ein paar Jungs, was konnten die schon tun.
Wenige Sekunden später wussten die beiden Männer, was einige Jugendliche mit geladenen Ambarisierungshandschuh tun konnten. Walter berührte den ersten nur kurz am Arm, als dieser versuchte, ihn mit einem Messer abzustechen. Der Zweite hatte noch die Gelegenheit ein paar Mal mit seinem Totschläger auszuholen, bevor Walmo schließlich auch ihn erwischte.
Sie ließen die beiden auf dem Boden zuckenden Männer zurück und rannten weiter. Messer und Totschläger nahmen sie jedoch mit, man wusste ja nie, wozu man sie gebrauchen konnte.

Die kurze Verzögerung hatte jedoch ausgereicht, dass die vier anderen Verfolger außer Sicht gerannt waren. Die Ws waren bereits an der nächsten Ecke, als die anderen sich noch sammelten, warteten aber schließlich, bis Gunnar sie eingeholt hatte, und den richtigen Weg erschnüffeln konnte. Es überraschte sie nicht, als sie bemerkten, dass sie ihren eigenen Weg wieder zurückgingen.
Die frischen Hemden waren verschwitzt und der Smog hatte sich grau in der Feuchtigkeit festgesetzt als sie um die Ecke bogen und gerade noch die drei Verfolger sahen, wie sie jemanden zu Boden schlugen. Gunnar hing inzwischen fast eine Straße hinterher. Bergauf zu rennen war er nicht gewöhnt. Aber auch die anderen merkten inzwischen die Wege, die sie an diesem Tag zurückgelegt hatten. Dennoch hatten sie bei ihrer eigenen Verfolgung keine Rücksicht auf den Fremdenlegionär genommen, selbst als er zu weit zurück blieb, um ihnen noch bei der Richtungsfindung behilflich sein zu können. Ohne, dass es einer hätte sagen müssen, wussten sie, dass es wichtig war, Winrond am Leben und halbwegs gesund halten. Egal wie schwierig es anschließend sein mochte, ihm gegenüber zu erklären, dass fünf junge Männer mit seltsamer Ausrüstung zufälligerweise irgendwelche Schläger davon abgehalten hatten, einen Fremden zu Brei zu schlagen.
Walmo und Walter waren wieder zuerst unterwegs. Die Angreifer waren damit beschäftigt, auf Winrond einzutreten, der seine Tür anscheinend nicht schnell genug aufbekommen hatte, was angesichts dessen, das die Feldstraßler sie kaputt gemacht hatten, etwas unglücklich war. Der erste von ihnen ging zu Boden, bevor sie überhaupt mitbekommen hatten, dass die Jungs angekommen waren. Ein zweiter hätte von Walters Handschuh zu Boden gehen sollen, die Ladung verpuffte jedoch und er schüttelte sich nur einmal. Walter konnte dem Schwinger ausweichen und sich rechtzeitig zurückziehen, als Tiscio mit dem Stab des Magnetisierers ausholte und den Mann am Arm traf. Er klappte die Kurbel an dem Kasten aus und begann sie manisch zu drehen. Walmo ging es bei dem Angriff auf den letzten Gegner genauso wie seinem Bruder, allerdings griff sein Gegner nach ihm und erwischte ihn am Hemdkragen, so dass es zu einem Gerangel kam. Malandro hatte vorsichtig seinen Helm abgesetzt und stürzte Walmo zu Hilfe. Einen Moment lang sah es so aus, als wenn die Feldstraßler die beiden verbliebenen Schläger nicht überwältigen könnten. Tiscio versuchte seinen Gegner gleichzeitig zu schlagen und auf Abstand zu halten und die beiden anderen konnten ihren Mann ebenfalls nicht zu Fall bringen. Gunnar, der inzwischen um die Ecke gekommen war, lehnte sich erst einmal gegen die Wand und holte tief Luft, während er den Dampfschnüffler vorsichtig abstellte. Es war aber Walter, der das Patt auflöste, indem er sich zuerst auf den Schläger von Tiscio stürzte, der diesmal gleich zwei Ladungen abbekam und zu Boden ging, um anschließend dem dritten in den Nacken zu fassen.
Winrond blickte vorsichtig auf, als Malandro sich neben ihn hockte. "Hey, danke." Er stützte sich langsam auf und spuckte etwas Blut vor sich auf den Boden. "Wer seid ihr?"
"Och, ein Bekannter von uns, wollte, dass wir ein paar Sachen von ihm ausprobieren."
"Na, da hab ich ja Glück gehabt, dass ihr gerade da wart." Mit der Hilfe von Malandro und Gunnar kam er langsam auf die Beine. Er klopfte sich ab und nickte ihnen zu: "Kowald ist der Name."

Die Kinder aus der Feldstrasse, 03