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Xpoch 1860

Die Brennerbande, Teil 65


Mit einem Klopfen wurden die Feldstraßler aus ihren Träumen gerissen. Es waren sehr angenehme Träume, umhüllt von weichen, sauberen Kissenwolken. Der Morgen war weniger angenehm, zumal die Stimme des Buttlertyps immer noch nicht in das Reich der Geräusche vorgedrungen war, die die Feldstraßler gerne hörten. Und das Klopfen klang wie ein Donnerschlag über die metaphorischen grünen Blümchenwiesen im Reich der Träume. Metaphorisch, weil die Feldstraßler niemals von Blümchenwiesen geträumt hätten.
"Guten Morgen, die jungen Herrschaften, Das Frühstück steht in zehn Minuten bereit."
Die Jungs waren es gewöhnt, früh aufzustehen, dennoch fühlte sich das Aufwachen an diesem Tag schwieriger an, als es sich hätte anfühlen sollen. Die Aussicht auf ein Frühstück hier, im Haus des großen Herrn Unterschnitt, war jedoch zu verlockend, um sie zögern zu lassen. Sie zogen sich an, was nicht lange dauerte, da nur die Hose über die Beine gezogen werden musste.
Unterschnitts Gäste trafen sich in der Küche, dem einzigen Raum, mit einem Tisch, der groß genug war, um alle zu beherbergen. Die Köchin hatte ihnen ein Frühstück aus Brot, frischem Panas und Käse bereitet, was Malandro ein wenig enttäuschte, da er mit Fleisch gerechnet hatte - eine unsinnige Hoffnung, di aber, nachdem, welche nahezu mythischen Eigenschaften ihre Vorstellungskraft Unterschnitt und seiner Gastfreundschaft nach dieser Nacht verliehen hatte, nicht ausserhalb des Möglichen zu liegen schien.
Die Küche lag auf im Souterrain, ein Wort, dass die Feldstraßler nicht kannten, für einen Ort, den sie als Keller bezeichnet hätten. Es gab ein Fenster, das das Licht der Straße herein ließ, was bedeutete, dass die Gaslampen konstant brannten, denn die Straße war schmal und selbst wenn die Sonne direkt hinein schien, verhinderten Dunst und Rauch, die die Stadt immerfort in der Dämmerung verweilen ließ, dass die Straße selbst jemals ernsthaft erhellt wurde.
Trotzdem rannte Walter zum Fenster, als der Türklopfer gegen die Tür fiel, gefolgt von Tiscio und Malandro, die ebenfalls hinausblicken wollten. Allerdings konnten sie die Person auf den Stufen, die zur Haustür führten, nicht erkennen.
Soldrang verließ überraschend schnell die Küche und kurze Zeit später wurde die Tür geöffnet. Die Schritte und die Stimme, die sie aus dem Flur hören konnten, waren ihnen jedoch vertraut. Kargerheim war endlich gekommen und betrat die Küche mit einer zackigen Begrüßung, wie man es von einem ehemaligen Berti erwartete.
"Gut, ihr seid bereits auf. Wir haben viel zu tun an diesem Tag."
Er blickte sich um und fasste besonders die Bandenmitglieder ins Auge.
"Ich würde euch gerne für eine Informationsbeschaffung instrumentalisieren." Kargerheim begriff augenblicklich, dass es einen Unterschied zwischen Wörtern gab, die die Feldstraßler nicht verstanden, und Wörter, die sie "humorvoll" missverstehen mussten.
"Er will, dass wir Musik machen?"
"Immer noch besser, als das er Instrumente aus uns macht, ne"
"Aber warum soll'n das helfen."
... und so fort.
Schließlich hatte Kargerheim ein Einsehen oder vielleicht auch einfach genug.
"Was ich gesagt habe, ist, dass ich eure Talente dahingehend einsetzen möchte, dass ihr für Herrn Unterschnitt und mich etwas herausfinden könnt."
Walter meldete sich, d.h. er hob tatsächlich die Hand und sprach erst, als der ehemalige Berti ihn auffordernd anblickte: "Herr Kargerheim, 'tschuldigung, Herr, aber was ist mit der Hexerei?" Walter war die Frage sichtlich unangenehm aber die Tatsache, dass einer seiner Helden ein Hexer war, bohrte noch tiefer in ihm.
Kargerheim drehte ihm mit einem Ruck den gesamten Körper zu. "Was soll mit der Hexerei sein, Walter?"
"Herr, Hetrados sagt, dass Hexerei den Teufel ruft, dem Dämon dient und das Herz verfaulen lässt."
"Seid ihr alle dieser Meinung?" Kargerheims Blick wanderte zwischen den Jungen hin und her, verfehlte aber immer Tiscios Mutter. Die Bandenmitglieder wichen ihm aus.
"Und was sagt Hetrados über Geister- und Hellseher?"
Erneut erforschten seine Blicke, während die der Feldstraßler auswichen.
"Ihr kennt Herrn Unterschnitt nicht. Und es ist eine Schande, dass ihr, nach allem, was ich euch gestern schon gesagt habe, nach allem, was ihr selbst erlebt habt, nach allem, was er für euch getan hat und nachdem ihr unter seinem Dach geschlafen habt ... es ist eine Schande, dass ihr ihm immer noch nicht vertraut."
Endlich entließ er sie aus seinem Blick indem er auf den Boden starrte.
"Es ist gut, dass ich nicht Herr Unterschnitt bin, denn dann hätte ich euch des Hauses verwiesen. Aber ich bin ein alter Berti, wie ihr es nennen würdet. Oder vielleicht sollte ich besser sagen, ich war ein alter Berti. Jetzt bin ich jedoch ein privater Ermittler." Er schwieg einen Moment lang. "Wenn ihr immer noch wollt, dass wir euch helfen, dann müßt ihr dem Herrn dieses Hauses vertrauen, so wie ich es tue." Kargerheim ging zum Tisch, zog sich einen der freigewordenen Stühle heran und setzte sich darauf. Einige Herzschläge verstrichen, dann ergriff Kargerheim erneut das Wort, während die Gäste betreten um ihn herum schwiegen. Nur die Köchin versuchte leise ihr Tageswerk zu verrichten, scheiterte aber die meiste Zeit am Klappern und Scheppern.
"Ich habe 20 Jahre lang die Straßen der Xpochs patrouilliert. Ich kannte meinen Bezirk und mein Bezirk kannte mich. Meine Kollegen wussten, dass sie sich auf mich verlassen konnten." Er holte tief Luft. "Dann, eines Tages, betrat ich einen kleinen Laden, weil ich durch die Fenster hatte erkennen können, dass ein geringer Dämon den Besitzer bedrohte. Ich betrat den Laden und noch bevor ich mir den Dämon richtig hatte betrachten können, griff er mich an. Ich erwachte im Hospital ohne meinen rechten Arm." Automatisch richteten sich alle Augen auf die Metallhand, die aus dem Jackenärmel herausragte. Kargerheim fuhr Sachlich fort, als würde er etwas zu Protokoll geben.
"Ich wurde ehrenhaft entlassen und fand eine Arbeit im Werkschutz. Es war eine Uniform und für kurze Zeit hatte man das Gefühl, etwas für seine Mitmenschen tun zu können. Aber was kann ein einarmiger, ältlicher Mann ausrichten, wenn die Männer streiken oder die Druiden ein Feuer legen." Er atmete hörbar ein und wieder aus. "Ich verlor diese Arbeitsstelle recht schnell wieder und muss zu meiner Schande gestehen, dass ich in dieser Zeit kein guter Ehemann für mein Eheweib war." Ein letztes Mal hielt er in seiner Erzählung inne. "So fand mich Herr Unterschnitt. Er bot mir seine Hilfe an. Oder vielmehr, er bat mich um meine Hilfe. Er war ehrlich mit mir, auch ich hatte meine Vorbehalte, aber damals hatte ich kaum eine andere Wahl, wenn es nach meiner Frau ging," Kargerheims Miene zeigte keine Gefühle, aber seine Stimme verriet eine gewisse Freude an der Erinnerung. "Meine Frau ist erstaunlich offen, wenn es ihren Glauben betrifft. Auf jeden Fall ist Herr Unterschnitt einer der Guten," seine Stimme wurde ernster und lauter, "er ist auf eurer Seite und wenn ich noch einmal irgendeinen Zweifel über ihn von euch höre, werdet ihr euch wünschen, dass ihr Magier in den Kellern der Hetradostei wäret. Haben wir uns verstanden?"
Die Jungs nickten hastig und selbst Tiscios Geschwister blieben nicht unbewegt.
Kargerheim erhob sich. "Zurück zur Aufgabe des Tages: Herr Unterschnitt hat gestern noch ein wenig geforscht." Er warf einen Blick in die Runde, aber niemand wagte etwas zu sagen.
"Mit Hilfe der Anzeige gegen Frau Freifrieder, die uns ein Bote heute Nacht gebracht hat, konnte er den Namen des Mannes feststellen, der die Anzeige eingereicht hat. Es handelt sich um einen Gerca Winrond. Nach allem, was wir wissen, handelt es sich um einen Laufburschen der Ritter."
"Also doch," rief Tiscio aus, und fing sich einen ernsten Blick Kargerheims ein. Die anderen Feldstraßler nickten jedoch zustimmend.
"Ich möchte nun, dass ihr ihn beschattet und herausfindet, warum die Ritter Frau Freifrieder angezeigt haben."
"Dürfen wir ihn verprügeln? Dann wird er schon was sagen." Walmo schlug sich mit der linken Faust in die Hand.
"Uns wäre es lieber, wenn ihr ihn einfach verfolgen würdet, ohne ihn zu treffen. Macht es heimlich und ..."
In diesem Moment hörten sie jemanden die Treppe hinunterkommen. Zuerst dachten sie, es wäre nur Herr Unterschnitt, aber die eleganteren Schritte von kleinen, hochhackigen Schuhen, mischten sich unter die seinen. Kurze Zeit später wurde die Haustür geöffnet und wieder geschlossen. Es dauerte nicht lange, und der Magier betrat ebenfalls die Küche. Er wirkte müde aber entspannt. Er schien sogar zu lächeln.
"Guten morgen. Wie geht es allen? Ich nehme an, sie haben die jungen Leute bereits eingeweiht?" Die letzten Worte waren an Kargerheim gerichtet, der nur nickte.
"Soldrang, mein guter Mann?" Innerhalb von Sekunden stand der Butterltyp im Eingang der Küche. "Ja, Herr?"
"Seien sie bitte so gut und richten mein Zimmer her. Machen sie auch bitte den Boden frei."
"Sehr wohl, Herr Unterschnitt." Mit einer kurzen Verbeugung verschwand er.
"Was gibt es zum Frühstück?"
Ohne zu Antowrten setzte die Köchin das Essen vor ihm hin und den Feldstraßlern vielen sofort Spiegelei und Würstchen auf, die neben dem gerösteten Brot lagen.
"Ah, ein wenig Stärkung nach einer langen Nacht." Wieder ein Lächeln. "Der heutige Tag wird wohl nicht weniger Ereignisreich sein." Er schnitt sich ein winziges Stück vom Spiegelei ab und ließ es mit offensichtlichem Genuss in seinem Mund verschwinden. Er ließ sich viel Zeit, während die anderen dabei standen oder saßen und ihn beobachteten. Es schien ihn nicht zu stören.
Es mochte für Soldrangs Geschick sprechen, dass Herr Unterschnitt sein Frühstück noch nicht zur Hälfte aufgegessen hatte, als er wieder im Eingang erschien. "Ihr Zimmer ist bereitet, Herr."
Es mochte aber auch für die Geschwindigkeit sprechen, mit der Apfelhelm Unterschnitt sein Frühstück im Beisein von Gästen zu essen verstand. Keinem der Jungen war der Mund trocken geblieben. Walmo hing sogar ein kleiner Sabberfaden heraus.
"Danke, Soldrang. Dann werden wir uns gleich in mein Zimmer begeben und versuchen, etwas mehr über Herrn Winrond zu erfahren, nicht wahr?"
Unterschnitt stand auf und ließ seinen Halbvollen Teller stehen, den die Köchin sofort vom Tisch nahm, als er die Küche verließ.
"In zehn Minuten vor Herrn Unterschnitts Zimmer." Kargerheim ging ebenfalls zur Tür. "Wir verstehen uns, oder?"
Die Jungen nickten und verließen mit Tiscios Familie kurz darauf den Raum.
Nur Gunnar blieb noch einen kurzen Moment zurück und half beim Abräumen des Tisches, eine Gewohnheit, der er nicht gerne nachging, die seine Mutter ihm aber gründlich eingeimpft hatte.

Die Kinder aus der Feldstrasse, 03