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Xpoch 1860

Die Brennerbande, Teil 46, Einschub 8


Frenz sah Tiscio entsetzt an: "Sie hat dich verhext. Du bist ganz anders."
Es war Tiscio bisher leicht gefallen, ruhig zu bleiben und seinem Bruder ernsthaft zu antworten, aber nun, als der Jüngere seine Pläne, seine Zukunft, immer mehr in Frage stellte, platzte Tiscio der Kragen. Mit einem Satz war er bei Frenz und verpasste ihm einen Hieb in die Magengegend. "Du hast einfach keine Ahnung, alles musst du kaputt machen!"
Mit einem Mal fühlte sich Frenz wieder auf gewohntem Gebiet. So kannte er seinen Bruder. "DU machst hier alles kaputt. DU bringst hier irgendeine reiche Tuss her, die Mama spielen will."
„Ach, du kapierst es ja eh nicht, ich will nur auch ´ne Chance haben! Und tu nicht so, als wär‘s irgendwie nett bei uns.“
"Nett? Darum geht es doch nicht. Es geht darum, dass du nur dein Ding durchziehen willst."
"Klar, deswegen habe ich ja Vilet auch zu uns mitgenommen. damit sie merkt wie blöd du bist und sie nur mich aufnimmt. Kapier‘s endlich, du kannst hier selbst was entscheiden. Wenn du lieber bei Vater bleiben willst und weiter seine Kotze vom Boden kratzen, ich halt dich nicht auf."
"Das hättest du wohl gerne. Irgendwer muss auf die Kleinen aufpassen, du treibst dich schließlich nur rum."
"Na, da tausche ich doch gerne mit dir, wenn du dann in die Fabrik gehst."
"Ja, bestimmt, wenn du dich dann wirklich mal um die Kleinen kümmerst und nicht immer nur wenn‘s dir gerade mal passt."
Tiscio wußte nicht, was er sagen sollte. So eine dreiste Lüge hatte er nicht erwartet. Selbst Frenz musste ja wohl klar sein, dass er, Tiscio, sich nicht einfach rumtrieb, sondern wirklich arbeiten ging. Das war der einzige Grund, warum er sich nicht immer um seine Geschwister kümmerte. „Du erzählst immer nur Lügen, damit du gut dastehst und ich krieg‘s wieder ab!“
"Das sind keine Lügen, und das weißt du. Du hängst mit ihnen rum, wenn du von der Arbeit kommst, ich kümmer mich die ganze Zeit um sie, schleppe sie hinter mir her, passe auf, dass Papa ... Auf jeden Fall bin ich mehr für sie da als du, aber du bist ja der tolle große Bruder."
Tiscio fiel es schwer, sich zusammenzureißen, aber er atmete einmal kräftig durch und schaffte es irgendwie. Er wusste, dass eine Diskussion mit Frenz immer nur mit Tränen einer Backpfeife für ihn und einem Bollchen für Frenz endete. "Dann freu dich doch, wenn Vilet freiwillig auf sie aufpassen will."
Aber es gab nicht immer nur eine Sichtweise der Dinge, auch wenn Tiscio nie begreifen sollte, dass seine jüngerer Bruder von seiner Position aus die Wahrheit gesagt hatte. Der jüngere wendete sich wütend ab und ging zu seinem Vater. Weder sahen sie sich an noch wechselten sie ein Wort.
Die ganze Zeit über hatte Vilet weiter leise mit der Mutter gesprochen. Die Tränen waren versiegt und die jüngere Frau schmiegte sich bei ihr an. Etwas hilflos stand Tiscio zwischen den drei Gruppen, schließlich ging er zu Vilet und seiner Mutter hinüber nachdem er Dori und Erif, der fast apathisch wirkte, an die Hand genommen hatte und sie nun mit sich zog. "Was sagst du, Mutter?" Sein Herz wollte zerspringen vor Angst. Er wusste, dass es eigentlich kein Zurück mehr gab. Nach diesem Vorfall konnten sie nicht mehr mit ihrem Vater zusammenleben. Aber was sollten Sie tun, wenn seine Mutter ablehnte?
"Ich weiß es nicht." Sie blickte zu ihrem Mann. "Die Priester haben bestimmt etwas dagegen, wenn ich meinen Mann verlasse. Aber ich will es versuche."
"Aber er hat doch eben selbst gesagt, er will lieber das Geld als uns!"
Vilet streichelte über Haar und Wangen der Mutter. Dann antwortet sie Tiscio ohne ihre Aufmerksamkeit von der Frau abzuwenden: "Was man selber will und was sich in der Gesellschaft gehört sind oft genug zweierlei Dinge."
Unangenehm berührt durch die Vertrautheit der beiden Frauen wusste Tiscio nicht, wie er sich verhalten sollte. Am liebsten hätte er irgendwen oder irgendwas geschlagen, um dieses Gefühl der Hilflosigkeit loszuwerden. Er riss sich aber zusammen. "Was soll ich denn jetzt machen?" fragt er Vilet.
"Packt die Sachen, die wirklich euch gehören." Sie sah Frenz mit einem ernsten und durchdringenden Blick an: "Ich zwinge dich nicht mitzukommen. Du kannst bei deinem Vater bleiben, der deine Hilfe brauchen wird. Aber es steht dir auch offen, mitzukommen. Wenn du irgendwann einmal Hilfe brauchst, kannst du jederzeit zu mir kommen." Sie sah ihn noch einen Augenblick lang an, bis Frenz schließlich erbleichte und mit einem Nicken den Blick abwandte.
"Ihr anderen seid herzlich in meiner Wohnung willkommen. Ich werde versuchen, euch Tante und Schwester zu sein."
Tiscio war froh, von der Untätigkeit erlöst zu sein. Er begann seine wenigen Habseligkeiten zusammenzusuchen und forderte Dori und Erif auf, es ihm gleich zu tun. Er hoffte, dass Frenz nicht versuchen würde, sie davon abzuhalten. Auch wenn er ein wenig hoffte, dass er es doch tun würde, damit ... Aber das wollte er ja eigentlich gerade nicht mehr tun.
Beinahe tat Frenz ihm leid und er wusste nicht, ob er sich wünschen sollte, dass Frenz hier blieb oder sie begleitete. Noch einmal starrte er Frenz an, aber die Entscheidung schien bereits gefallen zu sein, wenn es denn eine Entscheidung gewesen war, und nicht eine unweigerliche Folge aus ihrem Verhältnis zueinander.
Aber für solche Überlegungen hatte er jetzt keine Zeit. Die beiden kleinen waren eingeschüchtert, und warteten darauf, dass ihnen geholfen wurde. Die Mutter packte nicht ein Ding ein. Aber schließlich konnten sie aufbrechen, nachdem Tiscio die wenigen Sachen zusammengesammelt hatte.
Frenz und der Stiefvater rührten sich nicht. Vilet sah sie traurig an. Dann verließen sie die Wohnung und das Haus, ohne sich noch einmal umzudrehen. Erst auf der Straße blickte sich Tiscio noch einmal um und konnte seinen Bruder am Fenster sehen. Seinen Gesichtsausdruck konnte er nicht erkenne. Nur langsam kamen sie mit der erschöpften Mutter und den beiden kleinen voran, gelangten aber schließlich zur Schiene und bestiegen sie, ohne zu bezahlen. Tiscio hatte nicht gewusst, dass das überhaupt möglich war. Die beiden kleinen entspannten sich ein wenig, sobald die Maschine losfuhr. Sie waren noch nicht mit der Schiene gefahren und so sorgte dieses kleine Abenteuer für die nötige Ablenkung. Tiscio hingegen blieb still. Plötzlich, wie so oft, wenn einem Großes und Wichtiges durch den Kopf schwirrt, kamen ganz neue Überlegungen hervor: Wie und wo wohnte Vilet eigentlich? Gab es dort eine Straßenbande? Und würden sie ihn aufnehmen? Was würde seine alte Bande sagen? Konnte er weiter für Kargerheim arbeiten?
vilet wohnte in der Altstadt, soviel hatte Tiscio bereits gewusst. Das Handwerkerviertel, wo sich ihre Wohnung in der oberen Etage eines kleinen Hauses befand, war nicht die beste Gegend Xpochs, aber den neueren Bezirken außerhalb der Stadtmauer bei weitem vorzuziehen. Die Wohnung hatte eine Küche, Schlafzimmer, Wohnzimmer, Abstellkammer und ein Arbeitszimmer, drei Zimmer mehr, als ihre Wohnung in der Feldstraße. Vilet hatte ihr Doppelbett für drei Personen fertig gemacht sowie eine Schlafgelegenheit jeweils im Wohnzimer und im Arbeitszimmer. Die Toilette war im Hof, dass hieß, nur ein Stockwerk hinuntergehen, statt der drei bisher. Natürlich gab es auch noch den Nachttopf, aber der musste ja auch regelmäßig gesäubert werden.
Auf der Straße hatten mehrere Kinder gespielt, die Vilet lachend begrüßt hatten, bevor die kleine Gruppe die Außentreppe benutzen konnte. Von dem Gelächter aufgeschreckt kam ein Mann mittleren Alters aus dem Schuhladen im Erdgeschoss und grüßte ebenso herzlich. Er besah die schmutzige Familie mit einem kritischen Blick. Nachdem Vilet sie jedoch als ihre neuen Untermieter und gute Freunde vorgestellt hatte, lud er sie prompt zu einem Frühstück zur Sonnenwendfeier ein.
Tiscios Mutter lächelte, atmete einmal tief durch und umfasste die Schultern ihrer jüngsten Kinder: "Wir würden gerne kommen, danke."

Die Kinder aus der Feldstrasse, 02