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Xpoch 1860

Die Brennerbande, Teil 44, Einschub 6


Tiscio war völlig verwirrt. "Sie gehen hier wieder weg? Wohin? Wir können aber nicht zurück zu unserem Vater! Und wenn ich meine Arbeit aufgebe weiß ich nicht, ob sie mich hinterher wieder nehmen, Drückeberger gibt‘s bei uns nicht heißt es dann ganz schnell." Dann wurden ihm die weiteren Worte Vilets bewusst und er geriet ins Stocken. "Hab ich noch nie gehabt, dass jemand mir so helfen will," nuschelte er, "uns alle nehmen ... dann sind sie nicht mehr alleine." Tiscio musste grinsen; die Angst kehrte jedoch schnell wieder zurück. "Aber was ist, wenn sie feststellen, dass es alleine viel besser war, Frenz ist ´ne Nervensäge und Dori auch, nur Erif, der ist süß. Und ich bin auch irgendwie nicht so einfach ... ich würd ja schon zu ihnen wollen ...", immer noch traute er sich nicht, Vilet anzusehen und ihre endgültige Entscheidung zu hören. "Vielleicht wollen sie ja nochmal drüber nachdenken . . .?"
Vilet hatte die ganze Zeit geschwiegen und den Jungen reden lassen. Sie wusste, dass er seine Gedanken erst einmal ordnen musste. Das Grinsen jedoch verbarg sie zuerst hinter ihrem Panas-Becher anschließend hinter einer Hand verbergen. Für sie war es so viel einfacher, eine solche Entscheidung zu treffen. Denn eigentlich trafen sich die Entscheidungen von alleine. Seitdem sie hier im Tempelbezirk saß, beziehungsweise, seit dem Tag, als ihr klar wurde, dass sie sich hier einen Platz suchen musste, war sie immer nur ihrem Gefühl und ihren Eingebungen gefolgt. Die Macht, an die sie glaubte, lenkte sie, dass wusste sie, auch wenn sie oft nicht genau wusste, wohin. Es war nicht immer alles leicht und angenehm, aber es war immer richtig. Schließlich musste sie ihm jedoch eine Antwort geben:
"Oh, ich habe da schon drüber nachgedacht. Ich nehme euch, aber ihr müsst euch sicher sein, dass ihr es wollt, und euch muss auch klar sein, dass ihr ständig zur Schule gehen müsst."
Erst jetzt, endlich, war es bei Tiscio angekommen, dass es tatsächlich nur noch an ihm lag, ob ein neues Leben für ihn beginnen konnte und deshalb wurde er erst rot und dann ganz blass. Er hätte nicht zu sagen vermocht, was ihn so lange zögern ließ. Vielleicht war es die Angst vor dem ungewissen. Aber war es wirklich besser, zu wissen, dass man ständig verprügelt wurde, statt nicht zu wissen, was die nächsten Tage brachten? Schließlich stand er auf. "Ich kann jetzt nur sagen, dass ich das machen will, ihnen helfen und zur Schule gehen und überhaupt. Aber ich muss erst mal die anderen fragen. Sonst funktioniert‘s nicht, Frenz ist nämlich ´ne Petze, wenn der nicht will rennt er gleich zurück und aus ist die Kiste."
Er wischte sich die Hand an der Hose ab und streckte sie Vilet entgegen: "Wenn Sie warten können bis morgen und die anderen wollen, dann nehme ich das an, das Angebot." Tiscio sah Vilet an und seine Augen leuchteten wie noch nie seitdem Vilet ihn kennen gelernt hatte. Sie schlug ein und antwortete: "Du kannst auch ohne sie kommen, aber ich verstehe, wenn du nur mit ihnen kommen möchtest. Wenn du willst, dann kann ich zu dir mit nach Hause kommen, um mit ihnen zu sprechen."
Vor ein paar Augenblicken hatte Tiscio entschieden, dass dieser Tag ein Tag der Wunder war. Deshalb nickt er nur noch. "Ohne sie mach ich‘s nicht, obwohl ich es wahrscheinlich in 10 Minuten bereut habe. Und ich wüsst‘ nicht, wer‘s ihnen besser erklären könnte als Sie. Nur," wie immer, wenn er an ihn denken musste, verdüsterten sich seine Gedanken, "der Vater ist auch da. Könnt‘s also verstehen, wenn sie es nicht machen wollen. Sonst können wir auch morgen Mittag gehen, dann ist er in‘ner Trinkhalle."
"Keine Angst, ich fürchte deinen Vater nicht und ich denke, es ist besser, wenn ich dabei bin, damit du deine Worte ein wenig Gewicht erhalten. Ich müsste allerdings am Wochenende kommen, denn in der Woche bist du nicht da und abends habe ich keine Zeit."
Tiscio war enttäuscht und ließ den Kopf hängen. Es war nicht leicht gewesen, die Entscheidung zu fällen, aber jetzt konnte es ihm nicht schnell genug gehen. "Na gut, am Sonntag nach dem Gottesdienst, wissen sie, wo wir wohnen?" Dann riss er den Kopf hoch und fügte mit einem Zittern in der Stimme hinzu: "Sie halten doch Wort?"
Erneut nahm Vilet die Hand des Feldstraßlers, diesmal mit beiden Händen. "Ich werde mich durchfragen und ich halte mein Wort."
Er nickte wieder, aber seiner Miene war schwer zu entnehmen, ob er Vilet glaubte. "Bis Sonntag dann." Und langsam machte er sich auf den Weg nach Hause.

Seinen Freunden wurde in den nächsten Tagen schnell klar, dass Tiscio noch grimmiger war als sonst. Was sie jedoch an seiner Grimmigkeit erstaunte, war, dass er sich weniger statt mehr prügelte, wie er es sonst tat, wenn er eine seiner Stimmungen hatte. Vielleicht lag es nur daran, dass sich niemand mit ihm in dieser Stimmung anlegen wollte, aber vielleicht war es auch etwas anderes. Und da er kein Wort über Vilets Angebot verlor, erfuhren sie auch nicht, warum er sich dermaßen einigelte.

Am Sonntag war er besonders früh wach. Mit Mühe ertrug er dieses Mal den Gottesdienst, obwohl Frappi wieder als Ministrantin diente. Sobald sie vom Tempel zurückgekehrt waren, patrouillierte er die Feldstraße, um Vilet zu empfangen. Er musste nicht lange auf sie warten, denn sie kam mit den letzten Heimkehrern Tempelbesucher um die Straßenecke. Er wollte schon auf sie zu rennen, bremste sich jedoch und lächelte sie nur erleichtert an. Etwas zögerlich wies er ihr den Weg zur Wohnung durch das stinkende Treppenhaus. Seine Mutter empfing ihn bereits an der Tür und schüttelte den Kopf, wodurch er gleich erkannte, dass seinem Vater Tiscios verspätetes Kommen aufgestoßen war. So weit es ging, ignorierte er den Vorwurf.
"Da ist jemand, den ich kennengelernt habe. Sie möchte mit euch sprechen."
Schweigend wies sie ihnen den Weg zur Küche, wo Tiscios Vater schon wartete. Als er Vilet sah, erhob er sich von seinem Stuhl und baute sich vor der kleinen Frau auf, nicht bedrohlich, aber bestimmt. "Was können wir für sie tun."
Vilet, die für diesen Besuch, wie alle im Raum, ihre Sonntagskleidung trug, sah etwas verlassen vor dem breiten Mann aus.
"Entschuldigen sie bitte, dass ich uneingeladen zu ihnen komme. Aber ich habe ein Anliegen, dass ich nicht weiter aufschieben möchte." Vilets Stimme zeigte keine Spur der Angst, die man bei dem ungleichen Kräfteverhältnis erwartet hätte. "Es geht um ihren Sohn."
Der Stiefvater warf seinem Sohn einen kritischen Blick zu. "Was hat er angestellt."
Tiscio schob sich neben seine Lehrerin und erwiderte den Blick trotzig, die Fäuste wie so oft in der Jackentasche. Selbst wenn sie es nicht hätten sehen können, so hätten seine Geschwister doch gewusst, dass er sie geballt hatte.

Die Kinder aus der Feldstrasse, 02