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Xpoch 1860

Die Jungen aus der Feldstrasse, Teil 54


"Sie wollen was?" war Winturs etwas zu laute Reaktion, als er Tiscios Bericht gehört hatte.
"Pscht. Der Pilot soll es nicht wissen."
"Haben sie vollkommen ihren Verstand bei diesen Gnomen verloren? Das ist Hochverrat."
"Das wissen wir. Das weiß ich. Und sie wissen, dass ich nicht mehr so sicher bin, dass ich zurückwill."
"Aber Hochverrat? Alleine, dass sie in den [Hügelstätten] bleiben wollen, würde zu ihrer Verbannung führen, aber das? Ich weiß nicht, ob ihnen klar ist, dass Hochverräter nicht nur verbannt werden? Manche werden gejagt und nur wenige kommen vor Gericht."
"Oh. Nein, das war mir nicht klar." Tiscio musste sich einen Augenblick sammeln, aber letztendlich hatte er seine Entscheidung schon lange gefällt. "Aber das Horn ist wichtiger."

Solche und ähnliche Gespräche führten sie die nächsten zwei Wochen während ihres Rückflugs wieder und wieder. Es gab einige Abweichungen, an die man sich vielleicht später auch wegen ihrer Absurdität erinnerte, wie zum Beispiel, als Malandro vorschlug, das Horn zu blasen und das, was dann erscheinen würde, das Horn bewachen zu lassen. Die Reaktionen hierzu reichten von: "Das ist absurd", über "nicht sicher genug" zu "derjenige, der bläst, ist verflucht".
Nachdem sie sich eingestanden hatten, dass sie nicht besonders viel über das Horn wussten, hatte Gunnar damit begonnen, die Bücher zu studieren, mit denen alles begonnen hatte. Aber auch dies führte zu keinen neuen Erkenntnissen, außer, dass er jetzt mehr über die Familiengeschichte der Trenai wusste, als über seine eigene.
Was nicht ganz der Wahrheit entsprach. Immerhin erfuhr er dadurch, dass König Seklon I. seine Armee der Vorfahren nur so lange hatte kontrollieren können, bis jene Verräter das Horn gestohlen hatten, was nichts widersprach, was er oder irgendein anderer Xpochler in der Schule gelernt hatte. Nur, dass die Autorin die Vorfahren als Untote und die Verräter als Helden bezeichnet hatte.
Anfänglich hatte er sich bei dieser Verzerrung der Geschichte gewunden, bis er hatte einsehen müssen, dass seine eigene Bildung, ja die gesamte Bildung seiner Heimat, natürlich durch die Brille des Königshauses geschrieben worden war.
Selbstverständlich war Seklon I., der Mann, der die Oravahler vertrieben und das Königreich begründet hatte, ein großer König gewesen. Wenn es sich jedoch bei seiner Armee der Vorfahren tatsächlich um Untote gehandelt hatte, dann musste man sich vielleicht fragen, ob sein Charakter so vorbildlich war, wie man ihnen immer beigebracht hatte. Er äußerte etwas entsprechendes, lauter als er beabsichtigt hatte.
Als er aufsah trafen seine Augen die des älteren Bertis und er wandte sie unter Winturs wütenden Blicken sofort wieder ab und fand Tiscio. Der ehemalige Priester hielt ihm stand, bis er schließlich nickte.

Am nächsten Tag später ihnen der Metrowächter mit, dass er so dicht zur Grenze zwischen den [Hügelstätten] und dem Königreich gebracht zu werden wünschte, wie es möglich war.
"Und ich flehe sie an, mit mir zu gehen."
Kol Therond betrachtete den Mann prüfend und winkte alle außer dem Piloten ins Heck des Ornithopters. So wie sich Heldrits Haltung änderte, konnten sie ahnen, dass er versuchte, ihrer Konversation zu lauschen. Doch beim Umbau des Ornis waren alle Annehmlichkeiten entfernt worden, einschließlich der geräuschdämmenden Verkleidung, was alle Gespräche während des Flugs zu einem Training in anhaltendem Gebrüll gemacht hatte.
"Herr Wintur, da wir unsere eigene Agenda verfolgen müssen, können wir keinen Umweg fliegen, der zu zusätzlichen Fragen führen würde. Ich bin dazu verpflichtet, meinen Vorgesetzten unverzüglich Bericht zu erstatten. Daher, Herr Wintur, kann ich ihrer Bitte, sie möglichst weit an die Grenze heranzubringen, nicht entsprechen. Ich bin aber gewillt, ihnen einen begrenzten Passierschein sowie ein Pferd und Verpflegung zur Verfügung zu stellen, damit sie in ihre Heimat zurückkehren können. Ist dies für sie akzeptabel?"
"Ich bin wohl nicht in der Position, mehr zu verlangen." Winturs Gesicht war hart und seine Stimme triefte von einer Bitterkeit, die Tiscio bei ihm noch nicht gehört hatte.
"Aber ...", begann Malandro stotternd, "dann wird er uns verraten."
"Ja, Herr Sabrecht. Das wird er. Er ist an seine Pflicht gebunden, genauso wie ich. Wie auch Herr Canil." Er warf dem jungen Mann einen Blick zu, der mehr zu beinhalten schien, als Tiscio verstand.
"Dann geben wir das Horn der Frühlingskönigin."
"Das haben wir noch überhaupt nicht entschieden, Gunnar."
"Es ist der einzige logische Ausweg für uns."
"Sie wollen ein Erbstück des königlichen Hauses einer Heidin übergeben?"
"Sie haben es bisher nicht vermisst." Malandro war selbst von der Heftigkeit seiner Antwort überrascht, aber sie hatte immerhin den Effekt, dass Wintur fürs Erste nichts mehr sagt, und die anderen taten es ihm nach, bis Tiscio die Entscheidung verkündete, die schon seit Wochen in ihm gebrodelt hatte.
"Herr Wintur, ich quittiere den Dienst."
"Schön, dass du es endlich gesagt hast", Malandro klopfte seinem Freund auf die Schulter, seine Worte aufmunternder, als er selbst es empfand. Seit sie sich kannten, war Tiscios Wunsch immer gewesen, eines Tags als Berti zu arbeiten, für die Ordnung zu sorgen, die er in der Feldstraße nicht kennengelernt hatte, endlich die Anerkennung zu finden, die ihm immer verwehrt gewesen war. Und dieser Wunsch war vielleicht noch stärker geworden, seitdem seine Geschwister gestorben waren. Die Metrowacht war die Ordnung in Tiscios Leben, die ihm ansonsten fehlte, und die er jetzt freiwillig wieder aufgab.
Wintur nahm die Nachricht fast ergeben auf. Er nickte sogar kurz, zog sich dann jedoch aus dem kleinen Kreis zurück.
"Vielleicht sollten wir den Orni einfach stehlen?"
"Du meinst Kapern?"
"Was?"
"Ornithopter sind als Luftschiffe klassifiziert, und die kapert man, Malandro."
"Du elender Besserwisser. Dann halt kapern."
"Ihnen ist bewusst, Herr Sabrecht, dass ich sie zum einen aufhalten müsste und, wenn mir dies nicht gelingen würde, der gesamte Hügelstättische Geheimdienst hinter ihnen her wäre, einschließlich dem SLD. Das ist eine Situation, die wir so lange wie möglich vermeiden sollten." Er wartete, bis er das Verständnis in den Gesichtern der Feldstraßler, dann fügte er hinzu: "Sie sollten mit mir kommen. Auf diese Weise können sie mich in meinem Debriefing unterstützen. Wir schicken einen Boten zur Frühlingskönigin, wenn es das ist, auf das wir uns einigen können und sie kann mit ihrer Magie zu uns gelangen, so wie sie Herrn Canil zu uns gebracht hat. Was ich erzählen werde, ist, dass wir den Oravahler unschädlich machen konnten, bevor er die Höhle betrat. Erst anschließend sind wir in die Höhle des Abfalls gelangt und konnten dort nichts finden, da uns nicht die richtige Ausrüstung zur Verfügung stand." Ein schwerer Atemzug sorgte für eine kurze Pause in seinem Redefluss. "Das werde ich berichten. Das soll ab jetzt die Wahrheit sein. Irgendwann wird bekannt werden, dass das Königreich Xpoch davon ausgeht, dass wir das Horn besitzen. Zu diesem Zeitpunkt sollte niemand von uns mehr im Besitz des Horns sein. Es wäre zu bevorzugen, dass niemand von uns zu diesem Zeitpunkt weiß, wo sich das Horn befindet. Meine Heimat setzt für gewöhnlich keine Folter ein, aber unsere Magier sind durchaus in der Lage, die Wahrheit aus den Gedanken einer Person zu extrahieren."
"Krass! Wie sollen wir uns denn dagegen wehren?"
"Indem sie die Wahrheit denkt. Die Wahrheit, die ihr euch ab dem Zeitpunkt, wenn wir das Horn nicht mehr mit uns führen, einreden müsst."
"So einfach kann man einen Wahrheitszauber austricksen?"
"Ich glaube, Malandro, was der Herr Botschafter sagt, ist, dass es gerade nicht einfach ist."
"Ich fürchte, Herr van der Linden hat Recht. Damit sie den Zauber überzeugen können, müssen sie sich selbst von der Wahrheit überzeugen. Sie müssen sicher sein, dass es die Wahrheit ist, die sie aussprechen. Sie müssen wirklich überzeugt sein."

Wenig später setzten sie Wintur ab. Der Abschied war nicht herzlich aber respektvoller, als Tiscio befürchtet hatten. Sie reichten sich die Hände und ein letztes Mal versuchte der Berti seinen ehemaligen Protegé von dem Hochverrat abzubringen.
"Sie müssen wissen, dass sie einen Fehler begehen. Ich habe eine Verantwortung für sie übernommen und ich fühle mich verpflichtet, sie zu beschützen, aber mit ihrer Entscheidung nehmen sie mir alle Möglichkeiten. Ich werde sie nicht beschützen können. Ich weiß nicht einmal, ob ich mich selbst schützen können werde. Ich flehe sie ein letztes Mal an, mitzukommen. Selbst wenn sie das Horn nicht mitnehmen, werden sie sicher in Xpoch sein, als hier."
Tiscio war fast gerührt von der Sorge in Winturs Stimme, aber seine Entscheidung, wie auch die der anderen, war gefällt. "Ja, ... ich ... wir verstehen das. Aber wir können nicht."
Wintur nickte einmal und ging mit dem Botschafter in Richtung einer Wegstation, wo sie ein Pferd requirieren würden.
Der Metrowächter drehte sich nicht noch einmal um.

Den letzten Abschnitt ihrer Reise verbrachten sie schweigend. Es war keine lange Strecke bis nach Torath, vielleicht keine zwei Stunden.
Es kam ihnen noch kürzer vor, obwohl sie in ihren eigenen Gedanken gefangen waren. Sie machten sich nicht einmal die Mühe, den Anflug zu beobachten. Sobald sie den Ornithopter verließen, würden die Konsequenzen ihrer Entscheidung auf sie einbrechen. Sie würden wieder überwacht werden, befragt, in einem Land, dass sie als Feinde betrachtete. Wenn sie Glück hatten, würde man sie in den [Hügelstätten] leben lassen. Vielleicht konnten sie sich ein Leben außerhalb Xpochs aufbauen, auch wenn es bedeutete, dass sie vermutlich niemals ganz frei sein würden. Die [Hügelstätte] waren immer noch der Feind ihrer Heimat, ein Umstand, den man nach einer Kindheit mit konstanten Kriegen und Grenzkonflikten nicht so leicht vergaß. Aber sie hatten kaum eine Alternative und wenigstens hinterließen die Worte, die Kol Therond an sie zum Abschied richtete, einen Hoffnungsschimmer: "Ich werde persönlich dafür sorgen, dass sie alle gut unterkommen."

Die Jungen aus der Feldstrasse