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Xpoch 1860

Die Brennerbande, Teil 74


"Ich meine, so ist sie doch auch weg, oder? Sie muss doch bald bei dem Engel sein. Wann war das noch?"
"Am 27., nächsten Monat."
"Das is' nich' mehr lang."
"Stimmt, ein bisschen mehr als 'n Monat."
"Wie lange werden sie sie wohl da behalten?"
"Keine Ahnung, vielleicht noch 'n paar Tage, vielleicht auch länger."
"Vielleicht auch für immer."
"Das war jetzt nicht hilfreich, Walmo."
"Aber was passiert genau, wenn sie nich‘ der nächsten Frühlingskönigin den Titel übergibt?"
"Dann kommt der Winterdings und friert hier alles ein, stimmts Walde?"
"Nich' alles, Tiscio."
"Na dann eben alle, die Vilet was getan haben."
"Und alles auf seinem Weg, wenn ich mich recht erinnere."
"Warum macht er das eigentlich? Sie sind doch Gegner, oder?" Walters Frage überraschte alle, denn eigentlich hätten sie sie sich schon viel länger stellen sollen.
"Nein," das "ihr Dummerchen" blieb unausgesprochen, ließ sich aber an Waldes Blick ablesen, "der Winterhirte ist doch der Chef von den Engeln."
"Jetzt versteh ich gar nichts mehr."
"Moment. Wählen die Engel nicht die Frühlingskönigin?"
"Nein, nein, nein." Walde lachte. Gunnar mischte sich ein, bevor es noch peinlicher für die Jungs werden konnte: "Wenn ich das richtig verstanden habe, sucht der Engel mögliche Frühlingsköniginnen aus und sie können ablehnen, wenn sie es nicht werden wollen, so etwa Walde?"
Das Mädchen nickte, während Malandro leise "Korintenschieterei" sagte.
"Und der Winterhirte is' der Chef?" fragte Walter. "Warum hat uns das keiner gesagt?"
"Is doch klar. Wer soll's denn sonst sein?" Mit diesen Worten bewies Walde beeindruckend, dass die Feldstraßler eindeutig einen Ehrencodex besaßen, da sie jedem, der nicht zur ihrer Bande gehörte, spätestens jetzt eine Abreibung verpasst hätten, auch wenn es ein kleines Mädchen gewesen wäre.
"Und wenn das so klar is', Walde, warum macht er das dann? Ich meine, das Strafen." Malandros stimme war ein wenig angespannter, aber er beherrschte sich.
"Na, damit niemand der Frühlingskönigin 'was tut."

Während sie zum Frühstück in die Küche hinunter gingen, ratterten ihre Gehirne und keiner gab einen Laut von sich, ein Umstand, der nicht lange vorhalten konnte. Bereits nach den ersten Löffeln diskutierten sie weiter.
"Aber warum flieht Vilet dann nicht?"
"Was meinst du?"
"Ich mein', wenn sie Gefangen is', kommt der Winterkönig ..."
"Hirte."
"Was?"
"Hirte, er heißt Winterhirte."
"Gut, dann eben Winterhirte. Also, er kommt, wenn Vilet gefangen is', und er kommt, wenn sie tot is'. Nur wenn sie rechtzeitig da is', kommt er nich'."
"Stimmt. Und wenn sie gefangen is', kommt sie auch nich'. Warum dann die ganze Geschichte mit der Anzeige?"
"Dann wird's nich' so schlimm," Walde tropfte etwas Brei aus dem Mund, als sie sich zu Wort meldete, woraufhin Walter ihr einen ermahnenden Stupser gab.
"Was soll das heißen?"
"Du meinst," Gunnar musste noch einmal kurz nachdenken, "du meinst, dass die Strafe des Winterhirten nicht so schlimm wird, wenn Vilet lebt?" Walde nickte.
"Ganz groß. Wir sind sowas von im Eimer."
"Naja, scheint so, als wenn Vilet das kleinere Übel für Xpoch gewählt hat."
"Tolle Wahl. Vielleicht sollten wir aufs Land ziehen. Wer weiß schon, wo der Winterhirte langgeht."
"Willst du aufs Land ziehen?"
"Ne, aber haben wir 'ne andere Wahl? Wir sind so im Eimer."
"Nich', wenn wir die Separatisten finden."
"Und wie sollen wir das tun?"
"Vielleicht findet der Schnüffler was von der Bombe. Dann können wir dem Folgen?"
"Meinst du nich', dass Kargerheim das schon probiert hat?"
"Grabengrütze!" Die Stimme, die den Fluch ausstieß, waren die Feldstraßler in diesem Zusammenhang nicht gewöhnt. Gunnar sprang vom Tisch auf. "Wir hatten meinem Vater versprochen, seine Erfindungen heute Morgen wieder zurückzubringen."
"Sicher?"
"Ja doch, als er sie uns gegeben hat."
"Hat er nich' einfach nur 'morgen' gesagt?"
"Ja, aber heute ist Sonntag und da gehen wir zusammen in den Tempel und dann hätte ich sowieso nach Hause gemusst und die Erfindungen mitbringen können." Gunnars Rede war immer schneller und aufgeregter geworden. Selbst als die anderen ihm klar gemacht hatten, dass er viel zu spät für den Tempelbesuch dran war, wollte er sich nicht mehr setzen und lief die nächste Zeit ständig zwischen den Feldstraßlern in der Küche und den Geräten auf dem Flur hin und her. Er blieb immer kurz stehen, sobald er die Küche betrat, mit einem vorwurfsvollen Gesichtsausdruck, die anderen aßen jedoch ihr Frühstück weiter. Allerdings schien für den Moment die Luft aus der Diskussion um die bevorstehende Vernichtung Xpochs heraus zu sein und sie brabbelten über alle möglichen anderen Themen, gerade so, als hätten sie gemeinschaftlich beschlossen, Vilet, den Winterhirten, die Separatisten wie auch jedes Ereignis der letzten Tage fürs erste nicht mehr anzusprechen. Walmo fragte sogar nach dem Maquinspiel zwischen Gräberfelder Neustadt und den Galgenbergern, das heute, am Herbstanfang, hätte stattfinden sollen. Für diese Frage erntete er jedoch nur herablassendes Lächeln von seinen Freunden, denn Sonntags wurde kein Maqin gespielt.
Erst als es an der Tür klopfte beendeten sie ihre Mahlzeit, die sie mit allerlei Tricks in die Länge gezogen hatten, und gingen zum Aufgang, der von der Küche in den Flur führte.
Soldrang war wie immer schnell zur Stelle, um die Tür zu öffnen, ließ aber keinen wichtigen Gast herein, sondern nur Tiscios Mutter. Sie war etwas außer Atem, so als wäre sie schnell gegangen, sah aber die bekannten Gesichter am Ende der Treppe und gesellte sich zu ihnen in die Küche. Dankbar nahm sie das Wasser an, welches ihr von der Haushälterin gereicht wurde, bevor sie auf Tiscios Fragen antwortete.
"Ich komme gerade vom Gefängnis. Sie waren dort freundlicher, als ich gedacht hatte. Ich habe sie gefragt, Tiscio, wie du gesagt hast." Sie nahm einen erneuten Schluck und genoss sichtlich nicht nur das Wasser, sondern auch die Ungeduld der jungen Leute.
"In drei Tagen kann ich sie besuchen. Ist das nicht großartig?"
Und das war es. Ein Hoffnungsschimmer. Endlich mal etwas, das klappte.

Die Kinder aus der Feldstrasse, 04