Die Brennerbande, Teil 04


Nun standen sie wieder vor dem gewaltigen Skelett, dessen Kopf drei Mann hoch über ihnen hing. In sein Maul hätte die gesamte Bande gepasst und es wäre noch Platz für ein paar Brenner gewesen. Die Jungs hatten bei der letzten Parade Überlegungen darüber angestellt, wie vieler Rüster es wohl bedurft hätte, um ein solches Monstrum zu besiegen, aber immer wenn sie davor standen wussten sie genau, dass alle Rüster Xpochs nicht ausgereicht hätten. Und damit hatten sie recht, wenn auch aus einem anderen Grund, als sie annahmen.
Während sie andächtig vor dem Drachen standen oder langsam um das Skelett schlichen, achtete keiner auf die kleinen, für die die immensen Ausmaße dieses Wesens nicht fassbar und daher bedeutungslos waren. Walde krabbelte auf das Podest und berührte ganz vorsichtig das einzige Bein, an welches sie heran kam.
Die großen bemerkten es erst, als ein Museumswärter recht barsch losblaffte: "He! Nimm sofort deine Finger da weg." Erst wandten sich alle Blicke dem Wärter zu, dann Walde, die bereits wieder vom Podest herunterglitt und mit gesenkten Augen verschämt vor dem Wärter stehen blieb.
Danach hielten es alle Mitglieder der Bande für angebracht, das Museum zu verlassen.

Solange sie noch in den Säulenhallen des Museums waren, schwiegen sie missmutig und zogen die Kleinen hinter sich her. Draußen angelangt schlug der Missmut jedoch wellen und die Großen machten ihrem Ärger Luft.
"Verdammte Uniform."
"Was machen wir jetzt?"
"Weiß ich doch nicht."
"Hättest du nicht aufpassen können?"
"Wieso ich?"
"Sie ist deine Schwester?"
"Du hättest ja selber mal drauf achten können, dass keine Uniform reinkommt."
Und das war wohl das Problem mit kleinen Geschwistern in einer Bande. Niemand wäre auch nur auf die Idee gekommen, seine Wut an Walde oder Alna auszulassen. Aber Walmo und Walter waren ein nahe liegendes Ersatzziel für Spott und Wut.
Es fehlte nur noch ein böses Wort in Tiscios Richtung, um den Topf vollständig zum Überkochen zu bringen. Malandro nahm bereits einen Platz am Schlagarm seines Freundes ein, um im Zweifelsfall eingreifen zu können. Und hier kam es auch schon von Walmo: "Ein Glück, dass ihr so tolle Eltern habt, dass sie ..."
Malandro konnte sich beim besten willen nicht vorstellen, womit sie Glück gehabt hatten, denn Walmo schien sehr begierig darauf zu sein, sich die Fresse von seinem Freund bläuen zu lassen. Aber er würde es glücklicherweise auch niemals erfahren, denn in diesem Moment rief eine nur zu bekannte Stimme vom Fuß der Stufen herauf.
"Da sind ja die dreckigen Ingener. Wollen sie euch nicht mal mehr zu den Knochen lassen?"

Die Kinder aus der Feldstrasse